News

Hitziges Spiel beendet Bietigheimer Siegesserie

Spielbericht /

Hitziges Spiel beendet Bietigheimer Siegesserie
3
vs.
6

Im Ellental geht am 27. Februar eine äußerst wilde Partie über die Bühne, die der Schlittschuhclub mit 3:6 gegen den EV Landshut verliert. Damit reißt zwar eine tolle Siegesserie, doch die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale kann weiterhin ins Visier genommen werden.

Das Spiel hat von Anfang an viel zu bieten. So trifft Marek Racuk bereits nach einer Minute die Latte und nur wenige Sekunden später scheitert Wenzel im 1-gegen-1 an Olafr Schmidt. Bietigheim hat vor dem Powerbreak dennoch deutlich mehr Spielanteile und setzt Landshuts Torwart gleich mal ordentlich unter Beschuss. Der Gast lauert indes auf Konter und erarbeitet sich in der 11. Minute einen schnellen Angriff, den Sören Sturm nur mithilfe eines Foulspiels unterbinden kann. Dass das Überzahlspiel die Königsdisziplin der Niederbayern ist, sollte jedem bekannt sein. Landshuts Topscorer Tor Immo spielt sich auf der rechten Seite perfekt frei, bekommt die Scheibe sauber zugespielt und trifft per Onetimer ins kurze Eck. Ein Geschmäckle hat der Treffer jedoch, wurde nur Sekunden vor dem Pass auf Immo Brett Kemp der Schläger aus der Hand geschlagen und dadurch der Passweg frei gemacht. Nur kurze Zeit später bemerken die 3760 Zuschauer, dass das Spiel rauer wird und Nickligkeiten insbesondere bei Unterbrechungen zunehmen.  Das ist es, was die Schwaben kurze Zeit später ins Powerplay bringt. In jenem vernachlässigen Jobke und Dersch auf der Suche nach Faustkämpfen jegliches Verteidigen und Bietigheim gleicht dank dem maximal freistehenden Fonstad aus, woraufhin Colton Jobke Jack Dugan zu Boden zerrt. Dass der Schiedsrichter daraufhin beide Spieler rausschickt, verursacht ein Pfeifkonzert in der Eishalle. Weil aber nur die Strafe gegen Jobke auf die Uhr geht, verlängert sich immerhin das grün-weiß-blaue Powerplay. Das Führungstor bleibt aus, wenn die Schwaben auch am Drücker bleiben. Danach trifft wie aus dem Nichts Ex-Bietigheimer Wenzel in der 17. Minute durch einen harten Schuss ins linke Kreuzeck. Weil Racuk seine Ausgleichschance nicht nutzt, geht es für die Hausherren mit einem 1:2 in die Pause. Kurz vor dem Gang in die Kabine folgen vor der Enztalkurve weitere Rangeleien.

Im 2. Drittel wird der SCB einmal mehr kalt erwischt, als Koskenkorva eine Unaufmerksamkeit der Steelers ausnutzt und mit der ersten Chance des Mitteldrittels auf 1:3 stellt. Die Antwort der Schwaben lässt nicht lange auf sich warten, denn Bastian Eckl legt die Scheibe schön auf Reisnecker zurück, welcher sie aus der Distanz eiskalt und schnörkellos in die Maschen jagt. Der Torschütze heizt beim Jubel die Kurve an, spätestens jetzt könnte die Partie nicht emotionaler sein. Ein überhartes Einsteigen gegen Fischer, der sich zum Glück nicht verletzt, sorgt in der Folge für eine doppelte Überzahl des Aufsteigers, die Jack Dugan nach 6 Sekunden zu nutzen weiß. Mit einem absoluten Hammer befördert er das Spielgerät abgeklärt per Direktabnahme ins Netz und liefert damit die perfekte Antwort auf die teilweise durchaus fragwürdige Spielweise der Gäste. Doch Bietigheim kann ebenfalls nicht von der Strafbank fernbleiben, weshalb auch der EVL mal im Powerplay auflaufen darf. Die Steelers verteidigen leidenschaftlich, obwohl die Niederbayern die Scheibe vor Schmidts Kasten halten, und Bietigheims Defensivakteur während der Druckphase seinen Schläger verliert. Den Gegentreffer gibt es ärgerlicherweise nach der überstandenen Unterzahlsituation. Erneut macht sich die Konterstärke der Gäste bemerkbar, denn Tor Immo gelingt der Doppelpack beim Breakaway. Wenige Minuten später hat er in einem weiteren 1-gegen-1 sogar die Chance auf den Hattrick, doch diesmal gewinnt der Torhüter des Schlittschuhclubs das Privatduell. Kurz darauf gehen erneut 2 Grün-Weiß-Blaue zu Boden und die Referees gehen bereits ein zweites Mal zum Videobeweis raus, entscheiden sich jedoch einmal mehr gegen die große Strafe. Bietigheim geht auch nach dem Mitteldrittel mit einem knappen Rückstand in die Pause, die 3760 Fans sehen ein unterhaltsames und spannendes Spiel, in welchem das Maß an Härte jedoch längst auf Playoffs eingestellt war.

Der letzte Abschnitt beginnt ausnahmsweise mit viel Spielfluss, offensichtlich hat Uwe Krupp es geschafft, die Gemüter seiner Jungs weitestgehend zu beruhigen. Der EVL erhöht in der 48. Minute auf 3:5. Stieler tanzt Schmidt nach einer schönen Einzelaktion gegen 2 Abwehrspieler aus und bringt den Puck im Kasten unter. Landshut bleibt der Strafbank in der Folge fern und verwaltet die Führung äußerst clever. Obwohl im Ellental nicht ans Aufgeben gedacht wird, gelingt es den Gästen, zahlreiche Offensivbemühungen des Aufsteigers zu unterbinden und den Großteil der Schüsse erfolgreich zu blocken. Erst in Minute 52 erarbeitet sich Uplegger einen aussichtsreichen Abschluss aus zentraler Position, weitere Hochkaräter gibt es erst nach Schmidts Verlassen des Eises. Jenes Aufbäumen des Gastgebers kommt zu spät, denn der EVL macht mit einem Empty-Net-Tor alles klar.  

Es mangelte insgesamt weder an Emotionen noch an spielerischen Highlights. Die Niederlage der Steelers ist insbesondere auf die immer wieder vorkommenden Unsicherheiten zurückzuführen und darum auch für Trainer Dück äußerst ärgerlich. Sie ermöglichten es den Gästen, erfolgreich Konter zu fahren und Topspieler Immo in Szene zu setzen. Beide Trainer sprachen im Anschluss von einem zerfahrenen Spiel, indem es zu zahlreichen Nickligkeiten kam. Die Steelers waren von Minute 1 an zum Hinterherlaufen verdonnert.

Am Sonntag geht es für den SCB in Düsseldorf weiter. Da die direkte Qualifikation weiterhin in Reichweite bleibt, lautet die Devise nun: Kopf freibekommen und neu angreifen!


Videos zu diesem Spiel

27.02.2026 - Highlights - Bietigheim Steelers vs. EV Landshut
Bietigheim Steelers - EV Landshut
Highlights