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Auswärts wieder nichts zu holen

Spielbericht /

Auswärts wieder nichts zu holen
5
vs.
2

Nach dem Arbeitssieg gegen Bad Nauheim reisten die Steelers in den Freistaat Sachsen zu den Eispiraten Crimmitschau, die als Sechster der Tabelle vor dem Neunten aus Bietigheim standen. Ein Blick auf die Statistik hatte schon vorab verraten, dass die Sachsen in Über- und Unterzahl die Nase vorn hatten und zudem weniger Strafen kassierten, und genau dieses Thema sollte den Abend entscheidend prägen. Trainer Tim Kehler musste auf Arne Uplegger, der sich am Freitag Gesichtsverletzungen zugezogen hatte, und Nolan Ritchie rotierte zu gunsten von Mai Crnkic aus der Aufstellung.

Dabei begann alles vielversprechend. Beide Teams gingen die Partie zunächst ruhig an, ehe Cole Fonstad nach Vorlage von Matthias Pape in der 5. Minute zum 0:1 traf, nachdem Louis Spitzner zuvor den ersten Abschluss des Spiels gesucht hatte. Danach wurde es zerfahren, die Steelers setzten sich zwar zeitweise im gegnerischen Drittel fest und überstanden eine kleine Druckphase der Gastgeber, doch statt nachzulegen, schenkten sie die Führung aus der Hand. Kurz vor der Pause musste Tim Bender auf die Strafbank, und die Eispiraten brauchten nur wenige Augenblicke, um durch Jarno Kärki nach einem blitzsauber herausgespielten Powerplay auszugleichen. Als wäre das nicht genug gewesen, drehte Sebastian Streu nach Vorlage von Collin Adams eine gute Minute später die Partie zum 2:1, sodass die Steelers mit einem Rückstand in die Kabine gingen, der sich, mal wieder, völlig unnötig anfühlte.

Den Beginn des Mitteldrittels erwischten die Gäste dann etwas besser. Kevin Reich im Tor der Eispiraten parierte stark gegen Jack Dugan, und auch zwei weitere Chancen blieben ungenutzt, während Logan Will auf der Gegenseite schon den Schläger am 3:1 hatte. Das Spiel ging fortan hin und her, die Steelers überstanden zwei Powerplays der Sachsen, nutzten aber ihr eigenes Überzahlspiel nicht, weil es ihnen an Tempo und Zug zum Tor fehlte. Dass es ausgerechnet in Unterzahl der Eispiraten kippte, tat besonders weh. Nach zwei kleinen Strafen auf beiden Seiten lief das Spiel fünf gegen vier weiter, und Louis Brune überwand Keanu Salmik in der 35. Minute über die kurze Ecke zum 3:1. Danach überstanden die Steelers noch ein viertes Crimmitschauer Powerplay, was auch an den fahrigen Gastgebern lag, und hielten die Eispiraten bis zur zweiten Pause zumindest in Reichweite, ohne selbst Zählbares zustande zu bringen.

Im Schlussabschnitt kamen die Sachsen besser aus der Kabine und bestraften die Bietigheimer prompt. Jarno Kärki erhöhte nach Vorlage von Adam McCormick auf 4:1, doch im direkten Gegenzug verkürzte Cole Fonstad nach Zuspiel von David Cerny und Maxi Söll auf 4:2. Statt dem Spiel aber neues Leben einzuhauchen, folgte nach einem großen Durcheinander vor dem Tor der Steelers das 5:2 durch Logan Will, der den Puck unter Salmik hindurch ins Netz beförderte. In der 47. Minute bot sich Jack Dugan per Penalty Shot die große Gelegenheit zum Anschluss, doch erneut behielt Reich die Oberhand. Kärki ließ auf der anderen Seite den Hattrick liegen, und die Steelers spielten fortan mit offenem Visier und viel Forecheck, was aber zu spät kam und zu wenig Wirkung entfaltete. Selbst Marek Racuk vergab noch eine riesige Chance, die Eispiraten neutralisierten die Vorstöße der Gäste geschickt, und in der Schlussphase hatte sich Bietigheim mit der Niederlage abgefunden, zumal ein weiteres Powerplay der Gastgeber folgte. So blieb es bei einem letzten Endes ungefährdeten Heimsieg der Eispiraten.

Viel Zeit zum Grübeln bleibt nicht, denn schon am kommenden Freitag, 16. Oktober, steht um 20 Uhr das nächste Auswärtsspiel beim furios in die Saison gestarteten Aufsteiger ECDC Memmingen an. Dort müssen die Steelers zeigen, dass sie es besser können.

Foto: DEL2 / Thomas Heide