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Under Review: Rekordmonat im Ellental
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Im Ellental gab es im vergangenen Monat viel zu feiern – und das nicht nur wegen der Weihnachtszeit und beeindruckenden Zuschauerzahlen. Neben den im Schnitt erreichten 2,0 Punkten pro Spiel, die dem Team von Alexander Dück in der Dezember-Tabelle den dritten Rang bescherten, stand vor allem Rekordmann Tyler McNeely im Rampenlicht.
Der in der kanadischen Provinz British Columbia geborene Stürmer sicherte sich die Krone als bester Scorer aller Zeiten in der DEL2. Damit ließ er keinen geringeren als Steelers-Legende Matt McKnight hinter sich. Mit sage und schreibe 497 Scorerpunkten trug sich unser Center unwiderruflich in die Geschichtsbücher ein. „Ein unglaublicher Moment“, beschreibt McNeely die Standing Ovations in der EgeTrans-Arena bei seiner Vorlage zum 1:0 gegen die Lausitzer Füchse, die Kapitän Alex Preibisch einnetzte. Im Anschluss strömten alle Teamkameraden aufs Eis, und selbst die Gäste aus der Lausitz applaudierten anerkennend.
Beeindruckend sind nicht nur die reinen Zahlen von Tyler McNeely, sondern vor allem seine außergewöhnliche Spielintelligenz. Dem Deutsch-Kanadier gelingt es seine Geschwindigkeitsdefizite durch Antizipation und Übersicht zu kompensieren. Die Erfahrung aus mittlerweile 453 Spielen in der zweiten deutschen Spielklasse für die Starbulls Rosenheim, die Tölzer Löwen sowie seinen Herzensverein aus Bietigheim kommt ihm dabei zugute. Sei es über einen intuitiven Pass, eine bloße Haltung des Schlägers oder einen klugen Laufweg. „Tyler ist einfach super smart und macht seine Mitspieler besser“, bescheinigt auch ein langjähriger Weggefährte.
Zwar starteten die Steelers mit einer 1:4-Niederlage in Weiden in den Dezember, präsentierten sich infolgedessen jedoch umso stärker und bezwangen neben den Top-Teams aus Landshut und Rosenheim auch den Spitzenreiter aus Krefeld. Damit konnten sich die Jungs von der Schwarzwaldstraße ein ordentliches Polster von fünf Punkten auf die Play-Down-Plätze erspielen. Vielmehr darf der Blick auch nach oben gehen, denn von der direkten Play-Offs-Teilnahme trennt die Steelers nur ein Punkt. Vom Heimrecht in den Play-Offs gerade einmal ein Sieg. Zwischenzeitlich galt die Mannschaft aus dem Ellental bei Experten als heißestes Team der Liga benannt.
Umso ärgerlich war es daher, dass man gegen die Wölfe aus Freiburg erneut das Nachsehen hatte. Mit nur einem Sieg aus vier Begegnungen (inkl. Vorbereitungsspiel) scheint das Team aus dem Breisgau zum „Angstgegner“ der Steelers zu avancieren. Zwar kommen die Wölfe nach einem desaströsen Saisonstart immer besser in Schwung, dennoch hatten sich die Steelers beim Gastspiel in der Echte-Helden-Arena deutlich mehr erhofft. Auch gegen die rehabilitierten Towerstars aus Ravensburg, deren Aufwärtstrend angesichts der Kaderqualität absehbar war, gelang kein Erfolg. Umso bemerkenswerter fiel die Reaktion der Steelers aus, die die Starbulls aus Rosenheim auf eigenem Eis mit 5:3 besiegten. Zum Matchwinner avancierte Verteidiger Arne Uplegger, der sich mit seiner Vertragsverlängerung vor Weihnachten klar zu den Steelers bekannte.
Zum Jahreswechsel trotzten die Mannen von Alexander Dück dann einer Krankheitswelle, die einige Spieler mit hohem Fieber ins Bett statt aufs Eis zwang. Beim Schlusslicht in Kaufbeuren musste man auf Olafr Schmidt, Tyler McNeely und Filip Reisnecker verzichten, danach in der Lausitz auf Mick Hochreither und Marek Racuk. Im Allgäu trafen zunächst die Hausherren - ein Weckruf früh in der Partie. Die Steelers waren also gewarnt und gingen infolgedessen zielstrebiger zu Werke. Und wie: Am Ende fertigten die Steelers den ESVK mit 6:1 ab.
Auch in der Lausitz waren zunächst die Füchse das spielbestimmende Team und Florian Mnich hielt lange den Kasten sauber. Am Ende sorgte ein grandioses Solo von Brett Kemp für den Sieg. Als das Top-Team aus Kassel in Bietigheim gastierte und die Steelers weiterhin krankheitsbedingte Ausfälle zu verkraften hatten stand man vor einer Herkulesaufgabe. Man konnte zu Beginn gut dagegenhalten und sich sogar zwei gute Möglichkeiten erspielen, die mit etwas mehr Abschlussglück die Führung bedeutet hätten. Gleichzeitig ließen die Steelers immer wieder gute Möglichkeiten aus dem Slot zu und die Huskies kamen immer wieder mit Geschwindigkeit ins Drittel der Hausherren. Spätestens in Folge der strittigen Spieldauerdisziplinarstrafe von Jack Dugan nach einem Zusammenprall mit Husky-Keeper Maurer war das nichts mehr zu holen. Bereits im Vorfeld musste der erst wiedergenesene Reisnecker nach einem harten Check vom Eis.
Die vergangenen Monate zeigten allerdings mehrfach, dass die Steelers gefestigt sind, um auch eine derartige Niederlage wegzustecken und sich dem engen Kampf um die Play-Off-Plätze zu stellen.
Die Highlights im Dezember:
Brett Kemp: Mit zwei Traumtoren hatte der kanadische Stürmer einen signifikanten Anteil am starken Dezember der Bietigheim Steelers. Neben dem oben bereits genannten Game-Winner gegen die Lausitzer Füchse war es der sehenswerte Treffer zum 1:0 in Düsseldorf, der jeden Eishockey-Fan in Begeisterung versetzen sollte.
Tyler McNeelys Rekordmoment: Wenn unabhängig von der Vereinszugehörigkeit das ganze Stadion steht, die Enztalkurve ein Banner zu Ehren unserer Nummer 94 ausrollt und sogar die Gegenspieler anerkennend den Schläger im Takt aufs Eis klopfen, dann sind das ganz besondere Momente im Eishockey – einen solchen durften wir am 21.12.2025 erleben.
Zuschauerzahlen: Mit insgesamt 57.571 Zuschauern in 16 Heimspielen und einem Schnitt von knapp 3.600 Zuschauern begeistern die Steelers die Sportregion. Im vergangenen Monat meldete die EgeTrans-Arena insgesamt dreimal ausverkauft. Noch in der DEL2-Hauptrunde der Saison 2023/24 waren es knapp 1.000 Zuschauer weniger, die sich in der EgeTrans-Arena einfanden – ein beeindruckender Wert!
von Markus Willrett