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Kein Spiel für schwache Nerven
Spielbericht /
Der SCB suchte den Weg zurück in die Erfolgsspur. Nach zwei Niederlagen in Folge wollten unsere Jungs wieder einfaches und gradliniges Eishockey spielen. Es war Spieltag 34 und es ging gegen den Zwölften der aktuellen Tabelle, den EC Bad Nauheim. Ziel war es, den Abstand zu den Play-down-Plätzen zu vergrößern. Dies war kein einfaches Unterfangen, denn die Roten Teufel kamen mit zwei Siegen und dem entsprechenden Selbstvertrauen ins Ellental.
Die 3.972 Zuschauer konnten dasselbe Line-up wie im Spiel am Freitag begrüßen. Lediglich in Reihe zwei und drei tauschten die Stürmer Joshua Rust und Bastien Eckl ihre Positionen. Alex Dostie freute sich nach der langen Verletzungspause auf sein Heim-Comeback und spielte in der zweiten Offensivformation.
Die Gäste aus Hessen starteten mit deutlich mehr Elan und Siegeswillen in die Partie und setzten unsere Jungs früh unter Druck. Zeitweise hatte man das Gefühl, dass die Bad Nauheimer mit einem Mann mehr auf dem Eis waren. Das Aufbauspiel der Grün-Weiß-Blauen kam nicht in Schwung und war sehr zerfahren und ungenau. Schon früh im Spiel musste man in die erste Unterzahl (3:28). Die Hessen kamen in die Aufstellung, konnten aber keine zwingende Chance herausarbeiten. Dafür hatte Brett Kemp (4:46) bei einem Gegenstoß in Unterzahl eine gute Möglichkeit. Er bekam den Puck an der eigenen blauen Linie und lief auf das Tor zu, wurde im letzten Moment noch abgedrängt, umkurvte das Tor und scheiterte mit einem Bauerntrick nur knapp an den Schonern von Gerald Kuhn.
Zum ersten Mal gefährlich im Fünf-gegen-Fünf waren die Steelers nach knapp zehn Minuten. Kurz hintereinander verpassten Brett Kemp, Marek Racuk und Pawel Dronia in aussichtsreicher Position. In der ersten Powerplay-Situation für den SCB (10:14) sprang lediglich ein One-Timer von Jack Dugan heraus, der bei freier Sicht für Gerald Kuhn jedoch kein Problem darstellte. In ähnlicher Situation hatte die größte Chance Justin MacPherson, der bei einem Konter in Unterzahl nur durch den großartig parierenden Olafr Schmidt gebremst wurde. Zum Pausentee ging es beim Spielstand von 0:0.
Der Start in das Mitteldrittel war eine Kopie des ersten Drittels. Bereits sehr früh (20:42) gerieten die Steelers erneut in Unterzahl. In Unterzahl hatte der SCB jedoch die besseren Chancen. Marek Racuk konnte bei zwei Gelegenheiten den Puck nicht richtig kontrollieren und wurde jeweils in letzter Sekunde gebremst. Nach Ende der Strafe konnten sich die Steelers nicht aus dem eigenen Drittel befreien. Ein Schuss knallte mit einem lauten „Pling“ an das Gestänge und blieb unglücklich hinter Olafr Schmidt liegen. Julian Lautenschläger schaltete am schnellsten und stocherte den Puck mit langem Schläger über die Linie (23:11).
Nun reagierten unsere Jungs mit deutlich mehr Offensivgeist. Alex Dostie schob den Puck nach einem genialen Rückpass knapp am Pfosten vorbei (29:40). Brett Kemp wurde anschließend mit einem langen Pass aus der Abwehr punktgenau angespielt und lief allein auf den herauseilenden Gerald Kuhn zu. Beim Versuch, diesen über die Rückhand zu überwinden, konnte der Goalie im Fallen den Puck mit der Kelle wegspitzeln und vereitelte die Großchance. Jetzt waren die Bietigheimer wach und drängten massiv auf den Ausgleich. Diesen verhinderte bis zur Drittelpause ein glänzend aufgelegter Gäste Goalie und rettete den knappen Vorsprung für seine Farben in die Pause.
Zu Beginn des dritten Drittels bauten unsere Coaches die Reihen um. Jack Dugan wurde in die erste Reihe neben Racuk und Kemp gestellt. Die Umstellung zeigte sofort Wirkung: Unser Goldhelm verpasste den Ausgleich nur knapp (43:01). Zwischen Minute 49 und 51 schnürte die neu formierte Top-Reihe die Roten Teufel im eigenen Drittel ein und kreierte eine Chance nach der anderen, doch das Tor war wie vernagelt. Erst in Überzahl erlöste Mr. Jack Dugan die Halle (53:43). Die Kreise um die Verteidigung wurden immer enger gezogen und unser Topscorer konnte aus spitzem Winkel zum 1:1 vollenden. Jetzt lag sogar der Sieg in der regulären Spielzeit in der Luft. Marek Racuk bediente Jack Dugan, der sofort abzog (58:47) und den rechten Pfosten traf.
Spannung pur mit Zugabe in der Overtime. Diese dominierte zunächst der EC Bad Nauheim. Dann die Strafe gegen die Roten Teufel (62:48). Der SCB schickte vier Stürmer aufs Eis. Die Kontingentspieler sollten es richten: Kemp, Dugan, Dostie und Racuk übernahmen die Verantwortung. Bad Nauheim versuchte, das vor dem Tor eng zu machen, doch es war vergebens. Ein No-Look-Pass von Jack Dugan wurde von Brett Kemp mit einem One-Timer, halb hoch ins kurze Eck, zum 2:1 vollendet. Der verdiente Zusatzpunkt blieb an der Enz und bestätigte die Festung Ellental.
Am Freitag, den 16.01. geht es nach Westsachsen zu den Eispiraten Crimmitschau (live auf sporteurope.tv). Am Sonntag, den 18.01., kommen die Blue Devils Weiden in die EgeTrans-Arena (Karten gibt es im Internet oder an der Abendkasse).