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Halbfinale gegen Kassel
Preview /
Nach der engen und unglaublich spannenden Serie gegen Ravensburg bleibt den Steelers nicht viel Zeit zum Durchschnaufen – bereits am morgigen Gründonnerstag steht das erste Halbfinalspiel in der „Best of Seven“-Serie gegen Kassel auf dem Programm. Spielbeginn in der Probonio Arena ist um 19:30 Uhr.
Hauptrunde / Viertelfinale
Die Huskies beendeten die Hauptrunde nach 52 Spieltagen mit 106 Punkten auf dem zweiten Platz hinter Krefeld. Die Nordhessen mussten somit die Pre-Playoffs abwarten, um zu erfahren, wer ihr Viertelfinalgegner wird. Die Lausitzer Füchse setzten sich in zwei Spielen gegen Crimmitschau durch und machten anschließend den Huskies das Leben schwer. Am Ende setzten sich die Schlittenhunde in sechs Spielen durch. Fünf der sechs Partien endeten jeweils mit nur einem Tor Unterschied, zwei davon gingen in die Overtime. Ein wenig kurios war, dass es in der Serie nur einen Heimsieg gab (Kassel in Spiel 1). Weißwasser holte beide Siege in Kassel. In der Hauptrunde waren die Huskies noch das heimstärkste Team der Liga. Gegen die Steelers konnten sie drei Spiele gewinnen, das letzte Aufeinandertreffen entschieden jedoch die Schwaben in Kassel nach Overtime für sich. Doch wie auch gegen Ravensburg beginnt die Serie bei Null zu Null.
Der Trainer
Der 53-jährige Kanadier Todd Woodcroft steht in seiner zweiten Saison an der Bande der Schlittenhunde. Kassel ist seine erste Profistation als Headcoach im Seniorenbereich. Er sammelte jedoch viel Erfahrung als Assistenztrainer, unter anderem in der NHL bei den Winnipeg Jets. Bei den Olympischen Spielen in Mailand fungierte er zudem als Assistent der slowakischen Nationalmannschaft und war am Viertelfinalsieg gegen die deutsche Nationalmannschaft beteiligt. In seinem ersten Jahr in Kassel wurde er Hauptrundenmeister, scheiterte im Halbfinale jedoch am späteren Meister und Aufsteiger aus Dresden in sechs Spielen. In dieser Saison soll es mindestens eine Runde weitergehen.
Das Tor
Im Tor sind die Huskies mit Philipp Maurer und Oleg Shilin hervorragend aufgestellt. Der 25-jährige Maurer absolvierte 36 Hauptrundenspiele und erreichte dabei eine Fangquote von 90,7 % sowie einen Gegentorschnitt von 2,53. Er feierte zwei Shutouts. Im Viertelfinale hielt er 89,3 % aller Schüsse und weist mit einem Gegentorschnitt von 2,28 den besten Wert der ersten Runde auf. Der neun Jahre ältere Shilin kam in der Hauptrunde 17-mal zum Einsatz und musste im Schnitt nur 1,78-mal hinter sich greifen. Er hielt 92,7 % der Schüsse und verbuchte ebenfalls zwei Zu-Null-Spiele. In den Playoffs kam er bislang noch nicht zum Einsatz.
Die Verteidigung
Mit 127 Gegentoren kassierten die Huskies die drittwenigsten in der Hauptrunde. In den Playoffs waren es gegen Weißwasser lediglich 15 in sechs Spielen. Mit Andrew Bodnarchuk und Marco Müller hat Kassel zwei sehr erfahrene Verteidiger in den eigenen Reihen. Der 26-jährige Deutsch-Amerikaner Bode Wilde war in dieser Saison einer der punktbesten Verteidiger der Liga. Zehn Tore und 32 Vorlagen gelangen ihm in 50 Spielen. In den Playoffs stehen bislang drei Treffer und ein Assist zu Buche. Mit Luca Münzberger und Ben Stadler hat man zwei junge Spieler im Kader, die jetzt Verantwortung übernehmen müssen, da mit Tim Bender (Stand jetzt) ein sehr wichtiger Spieler ausfällt und Simon Schütz für Spiel 1 gesperrt ist. Hans Detsch, ein „gelernter“ Stürmer, rückt häufig in die Defensive und ist bekannt dafür, kein Kind von Traurigkeit zu sein.
Der Angriff
Im Angriff sind die Huskies sowohl quantitativ als auch qualitativ hervorragend besetzt. Tyler Benson war der interne Topscorer der Hauptrunde mit 22 Toren und 37 Vorlagen. Gegen Weißwasser sammelte er fünf Punkte (ein Tor). Hunter Garlent erzielte 20 Tore und bereitete 36 Treffer vor. In den Playoffs stehen ebenfalls fünf Punkte (zwei Tore) auf seinem Konto. Top-Torjäger war mit 28 Treffern Tristan Keck, der im Viertelfinale bislang einmal traf. In Spiel sechs fehlte Scharfschütze Yannik Valenti, der mit drei Treffern gegen die Füchse die meisten Tore erzielte. Vor allem im Powerplay ist er mit seinem Schuss eine gefährliche Waffe. Mit Dominic Turgeon, Mitch Hoelscher, Laurin Braun, Darren Mieszkowski und Kapitän Jake Weidner hat Kassel erfahrene und herausragende Akteure, die jederzeit ein Spiel entscheiden können. Die Breite und Qualität der Offensive ist beeindruckend, denn hinzu kommen noch Michael Bartuli, Maciej Rutkowski sowie der Olympia-Fahnenträger Lettlands und Ex-NHL-Spieler Kaspars Daugavins.
Die Specialteams
Vier Tore aus 16 Powerplay-Situationen gelangen den Huskies im Viertelfinale – eine Quote von 25 %, die sie aus der Hauptrunde „halten“ konnten. Dort erreichten sie starke 25,5 %. Allerdings kassierten sie auch zwei Shorthander. In Unterzahl lag die Quote im Viertelfinale bei 75 %, in der Hauptrunde bei 80,9 %. Wie schon in der Serie gegen die Towerstars könnten die Specialteams das Zünglein an der Waage sein. Hier stehen die Steelers mit 45,5 % in Überzahl unangefochten an der Spitze nach der ersten Runde. Auch in Unterzahl sind sie im Quervergleich mit 76,9 % das beste Team im Halbfinale.
Geschichte
Zweimal trafen die Steelers und die Huskies in den DEL2-Playoffs bereits aufeinander, jedoch noch nie im Halbfinale. Im Jahr 2016 begegnete man sich im Finale, welches die Huskies nach vier Siegen in Serie für sich entschieden. Die ersten drei Begegnungen waren jedoch äußerst knapp: Zwei Spiele gingen in die Overtime, und Spiel 1 endete ebenfalls nur mit einem Tor Unterschied. Wer weiß, wie die Serie geendet hätte, wenn es damals schon den Videobeweis gegeben hätte… zwinker zwinker. Unvergessen bleibt auch das Finale 2021. In der Corona-Saison führten die Schlittenhunde in der Best-of-Five-Serie bereits mit 2:0, doch mit drei Siegen in Folge drehten die Steelers die Serie, wurden Meister und stiegen in die DEL auf. Marco Müller ist der einzige Huskie, der damals dabei war. Bei den Steelers sind es mit Kapitän Alexander Preibisch, Tim Schüle und dem leider verletzten Benjamin Zientek drei Akteure. Doch wie eingangs erwähnt: Was einmal war, zählt nicht mehr – die Serie startet morgen bei Null zu Null.
Wir wünschen uns für dieses Halbfinale volle Arenen, die einem Hexenkessel gleichen, faire und spannende Spiele sowie am Ende einen verdienten Sieger. Morgen geht der Wahnsinn weiter!