Liebe Fans, liebe Partner der Steelers,

die aktuelle sportliche Situation unserer Steelers macht uns allen keinen Spaß. Bevor mir aber wegen einigen „Bruddlern“, die alles besser wissen, der Kragen platzt, muss ich die nachfolgenden Zeilen loswerden:

Als ich vor nunmehr 12 Jahren das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden übernommen habe, war eine meiner wichtigsten Leitsätze, dass wir eine klare Trennung der Verantwortung zwischen dem sportlichen und dem wirtschaftlichen Bereich brauchen. Daran habe ich mich immer gehalten.

Allerdings begrenzt der vom Aufsichtsrat gesetzte Budgetrahmen den Handlungsspielraum von Sportlichem Leiter und Cheftrainer.

In der Zeit von Kevin Gaudet haben wir wiederholt den Fehler gemacht den sportlichen Erfolg über die finanzielle Solidität zu setzen. Das konnten wir so nicht weiter treiben. Die Lizenz haben wir in den letzten Jahren nur erhalten, weil wir € 600.000.- Bürgschaften und € 200.000.- Patronatserklärungen von Aufsichtsratsmitgliedern gelegt haben. Die damals Verantwortlichen, namentlich Holger Härter und ich waren auch nicht mehr bereit,  jedes Jahr Verluste auszugleichen. Die gute Arbeit unseres Geschäftsführers Volker Schoch hat dazu geführt, dass wir in den letzten vier Jahren keine zusätzlichen Verluste verkraften mussten. Erstmalig nach langer Zeit haben wir in dieser Saison die Lizenz für die DEL2 ohne zusätzliche Auflagen erhalten

Den Kapitalfehlbetrag in der Bilanz haben wir durch Darlehensverzichte von € 1,3 Mio. auf rund € 650.000.- reduziert. Um überhaupt eine Chance für eine DEL-Lizenz zu haben, muss dieser Fehlbetrag auch noch weg.  Deshalb mussten wir die Personalkosten in der Saison 2018/2019 um rund € 300.000.- reduzieren.

Die teuerste Position war die des Cheftrainers. Uns war klar mit unserem Erfolgstrainer Kevin Gaudet konnten wir diese notwendige Anpassung nicht umsetzen. Wir mussten nun aber bitterlich feststellen, dass die Entscheidung für einen relativ unerfahrenen Chefcoach problematisch war. Aber, wenn jemand bereit ist die o.g. Bürgschaften und die € 300.000.- p.a. zu bringen, können wir Kevin gerne zurückholen. Wenn nicht, dann hört bitte auf zu „bruddeln“. Dies ist kein Maulkorb, die aktuellen negativen Emotionen kann ich zwar verstehen, sie helfen unserem Team aber nicht weiter, im Gegenteil verstärken sie das Problem.

Was ist passiert und was ist zu tun?

Nach dem Karriereende und Ausscheiden einiger erfahrener „alter Hasen“ zum Ende der letzten Saison, konnten wir aus heutiger Sicht keinen adäquaten Ersatz gewinnen. Wir wollten in dieser Saison modernes, schnelles Eishockey sehen und haben deshalb die Mannschaft deutlich verjüngt. Dieses Spielsystem ist aber nur mit vier vollständigen Reihen machbar. Verletzungen und die nicht eingehaltene Zusage unseres Förderlizenzpartners Iserlohn ständig 3 Spieler für uns abzustellen, haben dieses Konzept torpediert.

Über die Zusammensetzung der Mannschaft hat die sportliche Leitung entschieden und wird daraus auch die richtigen Konsequenzen ziehen. Wir wollen die nächste Generation von Führungsspielern entwickeln und wir haben den Mut für Veränderungen, die notwendige Geduld und den Willen die Steelers wieder nach vorne zu bringen.

Als ersten Schritt hat sich der Aufsichtsrat mit der Mannschaft zusammengesetzt. Wir sind uns mit der Mannschaft einig, dass das aktuell auf dem Eis gezeigte nicht unseren Erwartungen und Möglichkeiten entspricht. Das Team bekannte sich klar und vollumfänglich zum Trainer.

Trainer und Team haben unsere uneingeschränkte Unterstützung, wir glauben an ihr Potential.

Als weiteren Schritt haben wir neben der Verpflichtung eines zusätzlichen Stürmers ab dieser Woche einen Mentaltrainer eingesetzt, der helfen wird, das fehlende Selbstbewusstsein wieder zu erlangen.

Die Mannschaft ist nun in der Pflicht als Profis ihr Potential abzurufen, aufzustehen und zu kämpfen um sich das notwendige „Puckglück“ zu verdienen und zurück in die Erfolgsspur zu kommen.

Parallel dazu starten wir eine neue, umfangreiche Initiative zur Sponsorengewinnung.

Um unser Ziel DEL-Aufstieg in den nächsten Jahren zu realisieren, brauchen wir neben einer weiteren Verbreiterung unserer guten Basis mit kleinen und mittleren Sponsoren auch einen Hauptsponsor mit einem hohen sechs- oder siebenstelligen Beitrag. Daran arbeiten wir.

16.01.2020

Gerhard Kaufmann