Am heutigen Freitagabend waren die Steelers zu Gast bei den Tölzer Löwen. Trainer Marc St-Jean konnte dabei erstmals auf den gesamten Kader zurückgreifen, denn Kapitän Niki Goc gab nach gut zwei Monaten sein Comeback auf dem Eis. Im Tor startete Stephon Williams. Mit ein wenig Verspätung sorgten ca. 250 Steelers-Fans für tolle Stimmung im Gästeblock.

Was ein Beginn in der wee-Arena – zuerst hatten die Steelers durch Brett Breitkreuz und Tim Schüle die Führung auf dem Schläger, im Anschluss rettete Stephon Williams spektakulär, nachdem er zuvor bei einem Ausflug in höchster Not klären musste. Wegen Hakens musste in der vierten Minute Niki Goc in die Kühlbox. Glück, dass die Hauptschiedsrichter Patrick Altmann und Florian Feistl keinen Strafschuss gaben. Das Penaltykilling hielt dem Tölzer Druck stand und es blieb beim 0:0. Ein toller Angriff über Eric Stephan und Matt McKnight landete bei Alex Preibisch, der am langen Pfosten Silo Martinovic zum 1:0 überwinden konnte. Nur 41 Sekunden später stand es 2:0 – Tim Schüle setzte bei einem Konter Benjamin Zientek in Szene und dieser lochte unters Dach ein. In der 10. Minute musste mit Max French der erste Tölzer raus, auch ihn traf es wegen Hakens.  Direkt am Bully musste der zweite runter, denn Philipp Schlager stellte Benjamin Zientek ein Bein und es gab doppelte Überzahl. Diesen Platz nutzte Tim Schüle aus und traf mit einem präzisen Schuss in Kreuzeck zum 3:0! Noch über eine Minute Powerplay waren im Anschluss noch zu spielen, doch es passierte nichts mehr. Die Buam drängten auf das erste Tor, Stephon Williams hielt stark dagegen. Fünf Minuten vor der ersten Sirene kamen auch die restlichen Steelers-Fans in den Block und drückten wie die Jungs unten aufs Gas. 2:32 Minuten vor Schluss des ersten Drittels erhielt Freddy Cabana eine 2+2 Strafe wegen Beinstellens und „Beschimpfung“ von Offiziellen. Auch davon ließen sich die Schwaben nicht beirren und Matt McKnight schickte Alex Preibisch auf die Reise, der zum 4:0 in Unterzahl traf. Die Hausherren hatten durch Max French die große Möglichkeit zum ersten Treffer, doch Stephon Williams packte einen monstersave aus, so dass es mit der 4:0-Führung in die Kabine ging.

Mit noch 1:29 Minuten Unterzahl starteten die Ellentaler in den Mittelabschnitt und konnten diese schadlos überstehen. Eine Schrecksunde gab es in der 24. Minute, als Silo mit seinem eigenen Verteidiger zusammenprallte und auf dem Eis liegen blieb – nach kurzer Pause ging es für ihn weiter. In den Folgeminuten rannen die Hausherren an, Bietigheim verteidigte geschickt und setzte gute Konter. Nach 35 Minuten gab es das nächste Überzahl für die Tölzer, nachdem Brett Breitkreuz wegen eines Checks gegen den Kopf von Christoph Kiefersauer 2+10 Strafminuten erhielt. Die Steelers standen defensiv gut und ließen keine gefährlichen Situationen zu. Kein Team konnte einen Treffer erzielen, es blieb somit beim Vier-Tore-Vorsprung.

Die Tölzer wollten von Beginn an des letzten Drittels zeigen, dass noch was geht und Tyler McNeely hatte bei seinem Pfostentreffer nach wenigen Sekunden Pech und Max French scheiterte kurz darauf an Stephon Williams. In der 44. Minute gab es das vierte Überzahl für die Tölzer, da Benjamin Hüfner ein Stockschlag unterlief.  In diesem klaute sich Benjamin Zientek die Scheibe und lief zusammen mit Lukas Laub allen davon. Letztgenannter scheiterte im ersten Versuch an Silo, Benjamin Zientek setzte nach und markierte den zweiten Unterzahltreffer – 5:0! Die Stimmung bei den Gäste-Fans überragend und sie wäre noch besser, wenn Alex Preibisch gleich den dritter Shorthander nachgelegt hätte, doch Silo hielt gut. Auf der anderen Seite zeigte Stephon Williams seine Extraklasse gegen Tyler McNeely und Timo Gams. Gegen Libor Dibelka legte er in der 53. Minute eine weitere Zauberparade nach. Drei Minuten vor der Schlusssirene durften die Steelers nochmal in Überzahl ran. Am Endergebnis änderte sich jedoch nichts und somit konnten die Steelers nach vier Niederlagen in Serie wieder ein Erfolgserlebnis feiern und dabei die zehn Spiele andauernde Siegesserie der Löwen beenden.

Für Trainer Marc St-Jean war es der erste Sieg seiner noch jungen Trainerkarriere, den er an einem Ort feierte, der für ihn viel bedeutet. Als Spieler verbrachte er zwei Jahre in Bad Tölz und sein Sohn wurde dort geboren – nun gibt es einen dritten Grund, der immer mit ihm verbunden sein wird.