Am gestrigen Abend trat der DEL2-Aufsteiger aus Landshut zum Kräftemessen gegen die Steelers nach vier Jahren Pause in der EgeTrans Arena an. Axel Kammerer hatte sein Team gut eingestellt, sie waren heiß auf das Match und wollten im Ellental für eine Überraschung sorgen. Verzichten musste er auf Max Brandl, Max Hofbauer, Marco Sedlar sowie Robbie Czernik. Für den EVL-Verteidiger Manuel Neumann, welcher aus der Jugend des SCB stammt, war es eine Reise in die Heimat.

Bei den Schwaben stand nach dem starken Auftritt gegen Bayreuth die Festung Ellental, welche es auch wieder gegen die Niederbayern hart zu verteidigen galt. Coach Hugo Boisvert musste auf Eric Stephan sowie Fabian Ribnitzky verzichten – begonnen wurde erstmals in einem Pflichtspiel mit Cody Brenner zwischen den Pfosten.

Gleich mit dem Bully machten beide Fanlager mächtig Stimmung und nach einer halben Minute flog die Scheibe von Norman Hauner nur knapp am Gehäuse von Jaroslav Hübl vorbei. Als gerade mal 73 Sekunden gab es ein Nachsetzen gegenüber Cody Brenner, weshalb Benjamin Zientek sich Marco Baßler zur Brust nahm. Sehr zur Freude der 2199 Zuschauer entwickelte sich ein ansehnlicher Ringkampf zwischen den beiden Kontrahenten. Marco Baßler wurde anschließend für 2 Minuten und Benjamin Zientek für 2+2 Minuten jeweils wegen unnötiger Härte in die Kühlbox verbannt. Wieder vollzählig traf Lukas Laub die Scheibe im Slot nicht richtig und die Landshuter konnten diese wieder schnell aus dem Gefahrenbereich bringen. Auf der Gegenseite versuchten es Alexander Ehl, jedoch Cody Brenner auf der Hut, wie auch nach einem Schlagschuss von der blauen Linie durch Elia Ostwald. Das Spiel insgesamt schnell und körperbetont, was sich in auch in Strafen widerspiegelte. So musste Stephan Kronthaler wegen Hakens und nur kurze Zeit später Lukas Laub wegen einem Crosschecks pausieren. In der restlichen Zeit in Überzahl versuchte es Phillip Messing sowie Mathieu Pompei, aber Cody Brenner hielt seinen Kasten sauber. Vier Minuten vor der Pausensirene traf es Dennis Swinnen, er musste wegen Beinstellen zuschauen. In Überzahl versuchten es Maximilian Forster und Alexander Ehl – auch hier blieb Cody Brenner Sieger und so ging es beim Zwischenstand von 0:0 in die erste Pause.

Im Mittelabschnitt wurde das Tempo nochmals erhöht und bei den Steelers scheiterten am starken Landshuter Torhüter Norman Hauner, Max Prommersberger, Yannick Wenzel, Tim Schüle und nach einer schnellen Kombination von Benjamin Zientek auch Dennis Swinnen. Leider waren die Landshuter in dieser Phase deutlich effektiver und erst traf Michael Fomin zum 0:1 (28.) und nur eine Minute später auch Mathieu Pompes mit der Rückhand in den kurzen Winkel zum 0:2. Trotz diesem heftigen Nackenschlag gaben die Steelers nicht auf und als noch 8:35 Minuten auf der Uhr standen passte Lukas Laub auf Benjamin Zientek und dieser vollendete -längst verdient – zum 1:2. Danach wieder derselbe Ablauf, die Steelers drückten, Jaroslav Hübl hielt seinen Kasten sauber und die Niederbayern trafen, diesmal war es Marco Baßler zum 1:3 (36.). So ging es mit einem 1:3 Rückstand in die zweite Pause.

Im Schlussdrittel setzten die Ellentaler ihr Spiel fort und ließen von den den Niederbayern nur wenige Gegenstöße zu. In der 47. Minute sorgen die Schiris bei den Zuschauern für etwas Erstaunen, als nach einer eigentlich klaren Situation im Torraum von Cody Brenner zunächst auf Videobeweis entschieden wurde. Es folgte eine Diskussionsrunde der Unparteiischen und hierauf wurde nun nicht mehr auf Videobeweis sondern auf eine Strafe gegen den Landshuter Josh McFadden wegen Stockschlag entschieden. Nach einer weiteren Minute gesellte sich Manuel Neumann ebenfalls wegen einem Stockschlag zu seinem Teamkollegen auf die Strafbank. Hugo Boisvert nahm ein Timeout und wechselte anschließend die Torhüter. Diese Maßnahme sollte sich noch auszahlen. Weiter in doppelter Überzahl lief die Scheibe im Powerplay der Schwaben und Lukas Laub bediente mustergültig Matt McKnight am langen Pfosten, der nur noch zum 2:3 (49.) einschieben musste – was für ein Aufschrei in der Arena sorgte. Die Geschwindigkeit weiterhin hoch, aber auch Stephon Williams war nicht lange ohne Arbeit und sicherte souverän das Spielgerät. Erneut eine Strafe gegen Landshut, Christian Ettwein nahm Platz auf der Sünderbank. Auch hier lief die Scheibe im Powerplay schnell hin und her. Die Steelers machten es spannend und nur wenige Sekunden vor Ablauf der Strafe passte Norma Hauner auf Benjamin Zientek, der den Puck unhaltbar zum 3:3 ins Tor von Jaroslav Hübl ablenkte. Axel Kammerer nahm sein Timeout 51 Sekunden vor der Schlusssirene, jedoch änderte sich in der restlichen Zeit nichts mehr am Spielstand.

Die folgende Verlängerung blieb torlos, weshalb nun die Entscheidung im Shotout fallen sollte. Hier war Stephon William nicht zu bezwingen und Norman Hauner besiegelte mit seinem Treffer den 4:3 Erfolg gegen die Niederbayern.

Spieler des Abends wurde bei Landshut Jaroslav Hübl und bei Bietigheim Norman Hauner.

Am Sonntag reisen die Steelers ins Breisgau nach Freiburg – Spielbeginn gegen die Wölfe ist um 18.30 Uhr.

Ralf Endres