Das Spitzenduell des 40. Spieltags fand in der Kasseler Eisporthalle statt – der Tabellenführer aus Hessen empfing den Zweiten aus Bietigheim. Bei den Steelers kehrte mit Robert Kneisler ein Spieler zurück in den Kader. Tim Schüle, Benjamin Hüfner, Benjamin Zientek, Brett Breitkreuz, C.J. Stretch und Cody Brenner fielen weiter aus. Zwischen die Pfosten kehrte Jimmy Hertel zurück, Leon Doubrawa fungierte als Backup. Zum dritten Mal in Serie entschieden die Steelers einen Krimi in den Schlusssekunden.

Das Spiel war keine zwei Minuten alt, da schickten die Hauptschiedsrichter Benjamin Hoppe und Eugen Schmidt den Huskie Marc Schmidpeter in die Kühlbox. Die Überzahl nutzte Norman Hauner aus und traf auf Zuspiel von Alex Preibsich und René Schoofs zur frühen 1:0-Führung. Der bereits 21. Saisontreffer des Stürmers. Die Hessen drängten auf die schnelle Antwort, doch die Steelers-Defensive inklusive Jimmy Hertel hielt gut dagegen. Die Schwaben setzten mit Kontern Nadelstiche. Die beste Chance auf den zweiten Treffer verpasste Alex Preibisch, nach toller Vorarbeit von Norman Hauner. Direkt nach dem Powerbreak nutzten die Steelers einen weiteren Treffer zum 2:0. Matt McKnight setzte Riley Sheen in Szene und dieser ließ Jerry Kuhn keine Chance. Der Kanadier erzielte seinen 24. Saisontreffer. Als Fabian Ribnitzky in der 11. Minute auf der Strafbank saß, war es erneut Riley Sheen, der in Unterzahl die beste Chance hatte, doch Jerry Kuhn hielt stark. Nach 14 Minuten war es aber soweit. Marc Schmidpeter traf aus spitzem Winkel zum 2:1-Anschlusstreffer. Die Steelers spielten jedoch weiter mutig nach vorne und Riley Sheen und Norman Hauner verpassten den dritten Treffer nur knapp. Schließlich blieb es bei der Führung nach den ersten 20 Minuten in einem bis dato tollem Spiel.

Die Anfangsminuten des zweiten Abschnitts waren ausgeglichen, wenn auch ein wenig zerfahren. Die änderte sich in der 26. Minute. Ein klares Beinstellen hinter dem Tor wurde von den Referees nicht geahndet, so dass Eric Valentin wenig Mühe hatte den 2:2-Ausgleich zu erzielen. Nach 30 Minuten gab es dann Strafe, jedoch gegen Robin Just wegen eines hohen Stocks. Kaum hatte man diese Unterzahl überstanden, musste Calvin Pokorny wegen Beinstellens ebenfalls auf die Strafbank. Auch dieses Powerplay konnten die Schwaben killen. Auf der anderen Seite wurde ein vermeintliches Foul gegen die Huskies gepfiffen und Troy Rutkowski musste raus. Die Steelers konnten nicht an das erste starke Powerplay anknüpfen und es blieb beim leistungsgerechten 2:2 nach 40 Minuten.

Kassel kam mit viel Schwung aus der Kabine, doch die Ellentaler konnten gut dagegenhalten und den Puck aus der Gefahrenzone halten. Nach einigen Minuten ging es hoch und runter, beide Teams kamen zu Möglichkeiten, doch beide Goalies waren stets zur Stelle. Die beste hatte Evan Jasper nach einem Fehler in der Defensive der Hessen, doch er scheiterte mit seinem Schuss an Jerry Kuhn. Kurz darauf erhielt Alex Preibisch eine Strafe wegen eines Bandenchecks. Da sich im Anschluss Niki Goc und Eric Valentin nicht ganz einig waren, gingen beide für jeweils zwei Minuten mit. Erneut konnten die Schwaben eine Unterzahlsituation schadlos überstehen. Kassel erhöhte nochmals die Schlagzahl und die Spannung nahm mit ablaufender Spielzeit immer mehr zu. In der 55. Spielminute durften die Steelers nochmals in Überzahl ran, da Marco Müller wegen eines hohen Stocks hinuntermusste. Chancen waren da, doch die Huskies verteidigten sehr gut und zeigten, warum sie zu den besten Teams in Unterzahl gehören. Als sich wohl die meisten Zuschauer bei Sprade.TV auf die Verlängerung einstellten, schlugen die Steelers eiskalt zu. Bei einem Konter scheiterte Alex Preibisch im ersten Versuch an Jerry Kuhn, doch Norman Hauner stand goldrichtig und schoss 12 Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Treffer zum 3:2-Sieg.

Zum dritten Mal in Serie entscheiden die Schwaben ein Spiel in der letzten Minute! Tolle Moral – toller Sieg – tolle Mannschaft! Mit dem Sieg beendeten die Steelers die 14 Spiele andauernde Heimsiegserie der Huskies und verteidigten den zweiten Platz. Durch die Siege von Freiburg und Bad Tölz, war dies auch sehr nötig. Beide Teams sind am kommenden Wochenende Gegner der Ellentaler. Jetzt heißt es aber erstmal regenerieren und ein wenig den Moment genießen. Morgen geht es mit harter Arbeit weiter.

Bild: JMD-Photographie / DEL2