Endspurt und letztes Heimspiel der Hauptrunde in einer ausverkauften EgeTrans Arena. Die Falken unter Coach Alexander Mellitzer mit einer sehr guten Saison wollten sich mit einem Sieg das Heimrecht in den Playoffs holen, allerdings seit Jahresbeginn nicht mehr ganz so erfolgreich bei der Punktejagd. Den Steelers fehlten noch 3 Punkte, um aus eigener Kraft den Pre-Playoff-Platz zu sichern. Die Vorzeichen für einen spannenden Eishockeyabend im Ellental konnten also nicht besser sein. Bei bester Derby-Stimmung kamen die 4517 Zuschauer voll auf ihre Kosten.

Nach dem Bully zunächst die Unterländer durch ihr sehr aggressives Forechecking am Drücker und Cody Brenner gleich mit mehreren Saves der sichere Rückhalt für die Gastgeber. Die erste Strafe wurde gegen Alexander Nikiforuk wegen Halten ausgesprochen. In Überzahl lief die Scheibe gut bei den Schwaben, aber mit nur einer Möglichkeit durch Benjamin Zientek, der das Heilbronner Gehäuse nur knapp verfehlte. Die nächste Strafe gab es für Brett Breitkreuz wegen Behinderung. Auch die Gäste mit gutem Powerplay und die beiden guten Chancen von Brock Maschmeyer entschärfte Cody Brenner jeweils mit seinem Schoner. Die Steelers in Unterzahl dem Führungstreffer zwischenzeitlich näher, jedoch verzog Alex Preibisch nur knapp nach seinem Alleingang und auch Freddy Cabana konnte vor dem Tor der Käthchenstädter die Scheibe nicht kontrollieren. Nach 13 Minuten war Benjamin Zientek aufmerksam und fing einen Querpass ab, machte sich auf den Weg und setzte die Scheibe für Mirko Pantkowksi unhaltbar unter die Latte zur vielbejubelten 1:0-Führung. Etwa vier Minuten vor der Sirene sicherte Cody Brenner mit einem starken Save den Scheibeneinschlag und so ging es mit der knappen Führung der Ellentaler in die erste Pause.

Im Mittelabschnitt zunächst die Falken im Vormarsch und Kevin Maginot scheiterte von der blauen Linie am sicheren Cody Brenner. In Spielminute 24 und 25 gab es jeweils eine Strafe gegen die Heilbronner. Die Steelers drückten in Überzahl, aber die Unterländer verteidigen clever. Bei einfacher Überzahl trafen Guillaume Leclerc und nur wenig später auch Yannick Wenzel jeweils nur den Pfosten. Als Mychal Monteith wegen einer Behinderung zuschauen musste scheiterte Alex Preibisch in Unterzahl an Mirko Pantkowski. Im Powerplay der Heilbronner entschärfte Cody Brenner einen Direkthammer von Yannik Valenti und anschließend noch zweimal seine Schoner zur Abwehr einsetze. Aber auch Rene Schoofs und Nici Goc waren gegen die Fanghand von Mirko Pantkowski ohne Chance. Dann folgte ein Feuerwerk auf das Tor von Mirko Pantkowski und der musste sich gleich mehrfach mächtig strecken. In dieser Situation hatte er auch das Glück des Tüchtigen, als Guillaume Leclerc nur das Gestänge traf. Da später Dennis Swinnen mit dem Bauerntrick ebenfalls am Heilbronner Schlussmann scheiterte ging mit der zwischenzeitlich verdienten Führung in die zweite Pause.

Der Schlussabschnitt lief erst kurz und es wurde eine Strafe gegen Max Prommersberger wegen Hakens ausgesprochen. Heilbronn drückte in Überzahl auf den Ausgleich, aber die Steelers agierten stark in Unterzahl. In der 48. Spielminute wurde eine Strafe gegen Jan Pavlu ausgesprochen und hier dauerte es nur 19 Sekunden, ehe die Bietigheimer erneut jubeln durften. Der Treffer zum 2:0 von Guillaume Leclerc wurde durch die Schiedsrichter Bastian Haupt und Christian Oswald erst nach der Sichtung der Videoaufzeichnung anerkannt. Die Fans waren aus dem Häuschen und feierten lautstark ihre Steelers. Norman Hauner versuchte sofort ein Tor aus spitzem Winkel nachzulegen, diesmal war Mirko Pantkowski aber nicht zu bezwingen. Kurz darauf erhielt Norman Hauner eine Strafe wegen Behinderung –  es dauerte nur 27 Sekunden, als Yannik Valenti das Spielgerät mit einer Direktabnahme zum 2:1 ins lange Eck zimmerte. Das Spiel nun wieder spannend und in Unterzahl musste Mirko Pantkowski gegen Guillaume Leclerc, Benjamin Zientek und Rene Schoofs in höchster Not klären. Als die Uhr bei 3:18 Restspielzeit stand erhöhte Brett Breitkreuz in Überzahl sehenswert zum 3:1. Alexander Mellitzer nahm kurz darauf ein Timeout und ließ seinen Goalie für einen weiteren Feldspieler auf der Bank. Diese Maßnahme brachte 140 Sekunden vor der Sirene den Anschluss zum 3:2 Bryce Gervais. Die Spannung wieder auf einem hohen Level, als erneut Mirko Pantkowski sein Tor für einen weiteren Feldspieler räumte. Hier ließ sich Benjamin Zientek nicht zweimal bitten und erhöhte 78 Sekunden vor der Sirene per Emptynet-Treffer zum 4:2. Da Guillaume Leclec wegen einem Stockschlag in die Box musste, setzten die Falken bei den verbleibenden 52 Sekunden alles auf eine Karte. Die Falken wieder mit sechs Feldspielern auf dem Eis und 33,9 Sekunden vor der Schlusssirene stellte Alex Preibisch in Unterzahl den Spielstand auf 5:2. Damit war der Derbysieg perfekt und durch die wichtigen 3 Punkte auch die Pre-Playoffs gesichert.

Spieler des Abends wurde der Falke Jordan Samuels-Thomas und bei uns der Doppeltorschütze Benjamin Zientek.

Die Steelers bedanken sich bei allen Fans für die grandiose Stimmung in der Arena.

Am Sonntag reisen die Steelers zum Hauptrundenfinale nach Kassel – Spielbeginn gegen die Huskies ist um 18.30 Uhr.

Ralf Endres