Am Freitag werden ab 20:00 Uhr in der EgeTrans Arena die Uhren zurück auf null gestellt, denn die Playoffs beginnen. In der Best-of-3-Serie braucht es zwei Siege um ins Viertelfinale einzuziehen, ansonsten kann die Urlaubsplanung beginnen. Spiel 2 findet am Sonntag um 17:00 Uhr im Allgäu statt, ein eventuelles Spiel 3 am Dienstag den 10.03. um 20:00 Uhr wieder im Ellental.

Der ESV Kaufbeuren hat sich am Sonntag auf den letzten Drücker noch für die Endrunde qualifiziert. In Bad Nauheim lag man mit 0:2 und fünf Minuten vor Schluss noch mit 2:3 zurück, ehe man binnen 13 Sekunden das Spiel drehte und am Ende mit 5:3 gewann. Ohne diesen Sieg hätte man in die Playdowns müssen. Aber das ist jetzt alles egal – die Karten werden bei allen Teams neu gemischt und die Trainer Andreas Brockmann und unser Coach Marc St-Jean blicken nur nach vorne.

Beide Mannschaften weisen nach 52 Hauptrundenspielen 74 Punkte auf, die Schwaben sind aufgrund der besseren Tordifferenz auf Platz 8 gelandet, die Bayern auf Platz 9. Die Joker erzielten zwar mit 169 Toren 22 mehr als die Steelers, sie kassierten aber auch mit 187 insgesamt 24 mehr. In Überzahl lagen die Vorteile während der Hauptrunde beim ESVK, der auf eine Quote 21,3% kam, die Ellentaler auf 15,4%. Beide Mannschaften kassierten bei eigener Überzahl je vier Gegentreffer. In Unterzahl haben die Steelers die Nase leicht vorne. In 82,7% aller Situationen blieb man ohne Gegentor, die Allgäuer in 81,3% aller Fälle. Sechs Tore erzielten die Schwaben in Unterzahl, die Kaufbeurer drei. Beide Teams sind auch relativ fair unterwegs gewesen, denn mit 580 Strafminuten (Bietigheim) und 621 (Kaufbeuren) kassierte man weniger als der Durchschnitt der Liga (642).

Der alles überragende Mann in Sachen Torgefahr war der Finne Sami Blomqvist, der sich mit 38 Toren auch die Torjägerkanone der DEL2 sicherte. 36 weitere Treffer legte er vor. Er allein kann es aber nicht richten, wobei er in den vier Spielen gegen die Steelers neun Treffer (von 19) erzielen konnte. Mit seinen beiden Landsmännern Antti Kerälä und Jere Laaksonen hat der ESVK zwei weitere Top-Ausländer im Kader. Der 33-jährige Kerälä erzielte 15 Tore und legte 36 Treffer vor. Jere Laaksonen kam in seinen 33 Einsätzen auf 24 Punkte (12 Tore). Vierter Kontingentspieler ist der schnelle und technisch starke Kanadier Branden Gracel, der 17-mal einnetzte und 31 Assists gab. Als überzähliger Ausländer saß in der letzten Zeit der vierte finnische Stürmer Ossi Saarinen (22 Spiele – 8 Punkte) auf der Tribüne. Der Deutsch-Walise Joseph „Joey“ Lewis spielt seit fünf Jahren in der DEL2 und scort konstant gut. In der Hauptrunde kam er in seinen 39 Spielen auf 34 Punkte (17 Tore).  Mit Max Lukes haben die Joker einen schnellen und technisch versierten Angreifer, der seit seinem Wechsel in die Heimat 14 Tore erzielen konnte und bei 13 assistierte. Viel Erfahrung und Torgefahr bringen Tobias Wörle und Max Schmidle mit. Daniel Oppolzer geht keinem Zweikampf aus dem Weg und kommt auf 14 Punkte. Florian Thomas spielt seit sechs Jahren konstant gut beim Team seiner Jugend und verleiht dem Kader Qualität und Tiefe. Die Youngster Calvin Pokorny, Jonas Wolter und Louis Latta komplettieren die Offensive, die noch von weiteren Jugendspielern aufgefüllt werden könnte. Alex Thiel wird aller Voraussicht nach ausfallen.

In der Defensive zählt der 28-jährige Julian Eichinger seit Jahren zu den punktbesten Verteidigern der DEL2. In der Hauptrunde gelangen ihm vier Treffer und starke 34 Assists. Florin Ketterer ist seit vier Jahren eine feste Größe und wichtiger Eckpfeiler des Defensivverbundes. Mit 26 Jahren gehört dann noch Valentin Gschmeißner zu den erfahrenen Akteuren hinten drin, ansonsten herrscht eher Jugend forscht, da mit Leon Kittel, Fabian Koziol und Dennis Pfaffengut und Tobias Echtler kein Spieler älter als 23 ist.

Im Tor musste man aufgrund der Verletzung von Stammtorhüter Stefan Vajs reagieren und holte aus Schwenningen Ilya Sharipov. Wie man Playoffs Spielt weiß der 24-jährige noch aus seiner Zeit bei den Steelers, mit denen er Meister wurde. Sechsmal spielte er bislang für die Allgäuer und bekam 4,06 Gegentore pro Spiel und hielt 80,6% aller Schüsse. Mit dem 22-jährigen Jan Dalgic hat man ein großes Talent im Kader, der in seinen 19 Einsätzen auf starke Werte von 2,81 Gegentore/Spiel und einer Fangquote von 90,2% kommt.

Drei der vier Spiele unter der Saison konnten die Joker für sich entscheiden, doch das zählt ab jetzt nichts mehr. Es ist Playoff-Time und wir freuen uns auf eine spannende, emotionale aber hoffentlich jederzeit faire Serie! Lasst uns ZUSAMMEN alles geben, damit die Steelers am Ende ins Viertelfinale einziehen werden!