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Was für ein Spiel! Steelers gewinnen 5:4 n.V. in Bad Nauheim

Freitag, 25.11.2016, Rote Teufel Bad Nauheim - Bietigheim Steelers
4:5 n.V.
Matchwinner durch sein Tor in Overtime - Dominic Auger

Am heutigen 20. Spieltag reisten die stark dezimierten Mannen von Coach Kevin Gaudet in die Wetterau nach Bad Nauheim. Unterstützt wurden sie dabei erneut von Denis Shevyrin aus Iserlohn. Marcel Kahle fiel krankheitsbedingt aus. Neben ihm mussten die Langzeitverletzten Markus Gleich und Andreas Schwarz und der im Aufbautraining befindliche Justin Kelly passen. Zudem wurden Freddy Cabana, David Wrigley und Shawn Weller geschont. Wieder mit von der Partie war dagegen Max Lukes. Auf Seiten der Roten Teufel konnte Petri Kujala, nach überstandenem Magen-Darm-Infekt innerhalb des Teams, wieder aus dem Vollen schöpfen und hatte alle Mann an Bord.

Die Schwaben gleich zu Beginn des ersten Spielabschnitts vor den 2.098 Zuschauern, darunter ca. 100 Schwaben, mit einer guten Möglichkeit durch Marcus Sommerfeld, doch Mikko Rämö auf dem Posten. Gespielt waren keine 50 Sekunden. Auf der Gegenseite war für Juuso Rajala kurz darauf bei Silo Martinovic Endstation. Nach diesen ersten Chancen auf beiden Seiten dann eher verhaltenes Spiel mit wenig zwingenden Aktionen. Auch ein Überzahlspiel der Hausherren, nach Beinstellen von Sebastian Alt, sollte daran zuerst nichts ändern. Gut stand die Box um Silo Martinovic und mit vereinten Kräften hielt man die Hartgummischeibe meist vom Kasten fern. In den letzten Sekunden des Powerplays dann doch der Treffer für die Teufel. Andreas Pauli bekam die Scheibe unbedrängt vor dem Tor und lies Silo Martinovic keine Chance. Kurz darauf erneute Strafe gegen die Steelers. Max Lukes musste wegen Stockschlags für zwei Minuten in die Kühlbox. Die folgende Unterzahl verdiente das Prädikat “perfekt“. Zumeist war an der blauen Linie Schluss, oder die Scheibe konnte von den Nauheimern nur tief gespielt werden und die Schwaben konnten sich postwendend befreien. René Schoofs war mit Matt McKnight sogar auf dem Weg zum Break, konnte aber die Scheibe nicht richtig unter Kontrolle bringen. In der elften Spielminute dann das erste Powerplay für den Vizemeister. Brachte Mikko Rämö mit seinen Paraden nacheinander Sommerfeld, Just, McKnight und Auger noch zum verzweifeln, stand Adam Borzecki in der 13. Spielminute goldrichtig und netzte zum verdienten Ausgleich ein. Die Steelers weiter am Drücker, jedoch mit einem folgenschweren Scheibenverlust im gegnerischen Drittel. Den schnellen Konter vollendete Dominik Meisinger mit der erneuten Nauheimer Führung. In der 16. Spielminute das zweite Powerplay für die Schwaben. Ein Stockschlag wurde Eugen Alanov zur Last gelegt. Die Steelers sofort in der Formation und mit schnellen Stafetten, die Nauheim nur durch ein erneutes Foul unterbinden konnte. Somit 65 Sekunden doppelte Überzahl. Die Scheibe lief wie an der Schnur gezogen durch das Nauheimer Drittel und Mikko Rämö konnte den Einschlag nur mit einem Weltklasse-Save verhindern. Allerdings wurde der Videobeweis bemüht, da sich das Schiedsrichtergespann unsicher war, ob die Rettungstat nicht doch hinter der Linie erfolgte. Kein Tor entschied Hauptschiedsrichter Daniel Ratz jedoch nach den Bildern der Torkamera. Auch in der folgenden einfachen Überzahl schafften es die Mannen um Goldhelm Matt McKnight nicht die Scheibe an Mikko Rämö vorbeizubringen und so blieb es beim 2:1 für die Hausherren zur ersten Pause.

Mit einem Pfostenkracher durch Matt McKnight begannen die Gäste den Mittelabschnitt. Auch im weiteren Verlauf die Steelers mit deutlich mehr Aktionen vor dem Gehäuse von Mikko Rämö. Einzig der zweite Treffer wollte weiterhin nicht fallen. In der 24. Spielminute dann Glanztat von Silo Martinovic nach einem schnellen Konter der Roten Teufel. Bietigheim weiter spielbestimmend und Nauheim meist nur nach Scheibenverlusten im Aufbauspiel der Steelers gefährlich in der Bietigheimer Zone. Nach acht gespielten Minuten im Mittelabschnitt Strafe gegen Bad Nauheim. Marcus Götz bekam die Auszeit wegen Stockchecks. Der Abwehrverbund stand jedoch sicher und die Steelers konnten diesmal nicht ihr gewohnt schnelles Überzahlspiel aufziehen. Danach Nauheim wieder komplett und Dominik Meisinger mit einem verdeckten Schuss welchen Silo Martinovic parieren konnte. In der 33. Spielminute nochmals Strafzeit gegen die Hausherren. Jonas Gerstung bekam die zwei Minuten wegen Beinstellens. Seine Proteste beantwortete der Hauptschiedsrichter zusätzlich mit einer Disziplinarstrafe. Wieder waren es Marcus Sommerfeld und Dominic Auger die von der blauen Linie den Abschluss suchten, sowie Matt McKnight mit einer guten Möglichkeit, aber spätestens bei Mikko Rämö war Endstation. Knapp zwei Minuten vor dem Ende des Drittels stellten die Hausherren den Spielverlauf im Mittelabschnitt durch den dritten Treffer komplett auf den Kopf. Andreas Pauli mit seinem zweiten Treffer am heutigen Abend vollendete eine schöne Kombination. Mit dem 3:1 ging es in die letzte Pause.

Was dann im Schlussabschnitt folgte war nichts für schwache Nerven. Doch der Reihe nach. Diego Hofland in der 45. Spielminute frei im Slot mit der Chance auf die Vorentscheidung, aber Silo hellwach zwischen den Pfosten, hielt seine Farben im Spiel. Im direkten Gegenzug war es dann Max Lukes der den Abpraller von Mikko Rämö zum Anschlusstreffer über die Linie drücken konnte. Die Steelers weiter mit dem klaren Signal „Attacke“ und keine zwei Minuten später mit dem verdienten Ausgleich. Denis Shevyrin mit seinem insgesamt zweiten Treffer für Bietigheim nach toller Vorarbeit von René Schoofs und Marcus Sommerfeld. Nauheim durch die schnellen Tore völlig von der Rolle und mehrfach nur bemüht die Scheibe aus dem eigenen Drittel zu bringen. Keine Minute nach dem Ausgleich der zweite Pfostentreffer der Schwaben, wieder durch Matt McKnight. Die Steelers trotz des dünnen Kaders und der bereits gespielten gut 50 Minuten spritziger und aggressiver in den Zweikämpfen. Zwischen der 53. und 56. Spielminute kam dann die Stunde des Schiedsrichters. Mit sehr genauer Regelauslegung schickte er kurz hintereinander Adam Borzecki, Bastian Steingroß und Robin Just in die Kühlbox. Somit zweimal hintereinander doppelte Überzahl von jeweils rund 50 Sekunden für die Roten Teufel. Konnte man die erste brenzlige Situation noch schadlos überstehen, war es in der 56. Spielminute Ales Kranjc der mit einem verdeckten Flachschuss Martinovic überwinden konnte. Knapp drei Minuten vor dem offiziellen Ende gab es zwischen Andreas Pauli und Dominic Auger eine handfeste Meinungsverschiedenheit, die der Schiedsrichter für beide mit einer kleinen Strafe ahndete. Die Steelers mit der Schlussoffensive und Kevin Gaudet ging in der letzten Minute volles Risiko, als er Silo Martinovic zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm. Zehn Sekunden vor dem Ende lag die Scheibe zum vermeintlichen Ausgleich im Kasten von Mikko Rämö. Aus dem Gewühl heraus hatte sie den Weg über die Linie gefunden. Der Schiedsrichter bemühte erneut den Videobeweis und gab den Treffer nicht. Mit Bully in der neutralen Zone vor dem Nauheimer Drittel ging es weiter. Dann Bully-Gewinn der Steelers, ein schneller Angriff, und quasi mit der Schlusssirene lag die Scheibe im Netz des Nauheimer Kastens. Erneut war die Frage, reguläres Tor oder nicht. So bekam der Videobeweis zum dritten Mal am heutigen Abend seinen Einsatz. Der Jubel der Steelers allerdings war so groß, dass man sich des gültigen Treffers sehr sicher war. Nach endlosen Minuten waren die Unparteiischen zurück auf dem Eis und gaben den Treffer zum Ausgleich. Es ging in die Verlängerung.

In der Overtime zeigten die Steelers dann nochmals ihre spielerische Klasse. Mehrfach lag der Siegtreffer in der Luft, Marcus Sommerfeld, Robin Just und René Schoofs scheiterten noch an Mikko Rämö, ehe in der 65. Spielminute Dominic Auger mit dem entscheidenden Tor seine Farben zum verdienten Sieg führte.

Was für eine MORAL, was für ein WILLE, was für ein SIEG! Respekt und Dank dem ganzen Team für diese Leistung und den tollen Eishockeyabend. Am Sonntag ist Pause für die Jungs, die sie sich nach diesem großartigen Kampf redlich verdient haben.

Bericht: Bernd Mast

von Bietigheim Steelers

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