Nächstes Spiel:
24.11.2017
19:30 Uhr
Letztes Spiel:
6:1

Unser Gegner im Viertelfinale - der EHC Bayreuth

Playoff-Time! Heiß wird es die nächsten Wochen im Ellental zugehen!

Hätte man vor der Saison darauf gewettet, dass sich die Oberfranken als Tabellenachter über die Pre-Playoffs für das Viertelfinale qualifizieren, hätte man sich die Dauerkarte für die nächste DEL 2 Saison wohl bereits finanziert. Denn das vorrangige Ziel war es, die Liga zu halten – dieses wurde mehr als deutlich und auf eine eindrucksvolle Weise geschafft. Wir möchten euch unseren Gegner ein wenig näher vorstellen, blicken auf die vier Duelle der Hauptrunde zurück und beleuchten die einzelnen Mannschaftsteile der Tiger.

Beginnen möchten wir mit der Heimspielstätte, dem Tigerkäfig der Oberfranken. Das Eisstadion ist von unserer EgeTrans Arena ca. 266 km entfernt und fasst 4.565 Zuschauer, davon können 1.626 das Spiel im Sitzen verfolgen. Erbaut wurde die Eishalle im Jahre  1975 und bekam 1981 ein Dach. Temperaturtechnisch ist es im Tigerkäfig ein wenig frischer als in unserer Arena.

Trainiert wird das Team vom 46-jährigen Sergej Waßmiller, der ursprünglich aus dem russischen Nischnekamsk stammt. Neben ihm kommen zahlreiche erfolgreiche Eishockeyspieler aus der 235.000-Einwohnerstadt, die ca. 1.000 km östlich von Moskau  liegt, darunter u.a. Nail Jakupov der derzeit für die St. Louis Blues in der NHL spielt. Das dort ansässige Team spielt in der KHL und verpasste knapp die Playoffs. Er selber war als Spieler 10 Jahre in Schweinfurt aktiv (u.a. Oberliga). Auch für seinen jetzigen Club schnürte er 14-mal die Schlittschuhe. In der Saison 2011/12 war er bereits Spielertrainer der Tiger, und von diesem Zeitpunkt an auch Headcoach. Er führte sein Team im Laufe der Zeit von der Bayernliga in die Playoffs der DEL 2 – eine sehr starke Leistung.

In der Offensive hat man mit Valentin Busch den frisch gekürten „Rookie des Jahres“ im Kader. Dem 19-jährigen U20-Nationalspieler gelangen in seinen 41 Einsätzen 14 Treffer und zehn Vorlagen. Viermal kam er beim Kooperationspartner aus Nürnberg in der DEL zum Einsatz. In den Pre-Playoffs gelangen ihm zwei Tore und ein Assist. Ihm steht eine große Karriere bevor. Das Trio bestehend aus Hauptrunden-Topscorer Michal Bartosch, Ivan Kolozvary und David Wohlberg war während der Saison hauptverantwortlich für die insgesamt 146 Tore. Der 32-jährige Bartosch ging bereits in der Bayernliga für den EHC auf Torejagd und steigerte sich von Liga zu Liga – 50 Punkte (20 Tore/30 Assists) in der Hauptrunde folgten ein Treffer und zwei Vorlagen gegen Garmisch. Einen Punkt weniger sammelte der Slowake Kolozvary, der mit 34 Vorlagen der Top-Vorlagengeber war. Auch in den drei Endspielen gegen den SCR legte er drei Treffer auf und schoss selber eins. Der US-Amerikaner Wohlberg traf 20-mal und legte 21 Treffer vor. In den PPO´s kam er lediglich zweimal zum Einsatz, da die Oberfranken ebenfalls fünf Kontingentspieler im Kader haben. Einer davon ist der nachverpflichtete Kanadier Nathan Robinson, der mit Mannheim und Berlin dreimal in Folge DEL-Meister wurde! In seinen 381 Spielen in der höchsten deutschen Klasse gelangen dem 35-jährigen 300 Punkte (91 Tore/209 Assists). In seinen bisher 15 Partien im Tiger-Trikot gelangen dem technischen starken Stürmer 13 Punkte. Seit der Landesliga ist Andreas Geigenmüller ein Tiger und hatte in keiner Liga Schwierigkeiten sich anzupassen. Unter der Saison erzielte er 11 Tore und legte 26 weitere vor. In den PPO´s traf er bereits zweimal. Der fünf Jahre ältere Bruder von Valentin ist Sebastian Busch, der mit 26 Punkten eine starke Saison spielt. Aus Wolfsburg kam vor der Runde Sergei Stas, der mit 26 Punkten in der Hauptrunde überzeugen konnte, gegen Garmisch legte er einen Treffer vor. Eine weitere Kontingentstelle nimmt der Tscheche David Kuchejda ein, der gestern der Held des Abends war. Sein Treffer acht Sekunden vor dem Ende bescherte den Franken den Viertelfinaleinzug. In der Hauptrunde kam er neunmal zum Einsatz, bei diesen fünf Punkte heraussprangen. Patrik Rypar und der ehemalige Bietigheimer Lucas Fröhlich komplettieren die Offensive der Tiger. Da Förderlizenzspieler Vladislav Filin nicht auf die geforderten 20 Einsätze kam, ist er in den Playoffs nicht spielberechtigt.

In der Defensive ist Jozef Potac mit 38 Jahren nicht nur der erfahrenste Spieler, sondern auch der punktbeste Verteidiger mit 27 Zählern. 15 Punkte hat der ebenfalls erfahrene Martin Heider gesammelt, der nach drei Jahren Playdowns wieder Playoffs spielen kann. Der 27-jährige Christoph Kasten ist ein solider und robuster Verteidiger, der kein Kind von Traurigkeit ist. Mit insgesamt 76 Strafminuten verbüßte er die meisten aller Tiger. Der gebürtige Bayreuther Sebastian Mayer verbrachte seine bisherige Karriere ausschließlich als Tiger, gut im Jahr 06/07 bog er falsch ab und landete kurz in Pegnitz, aber auch er spielte bereits zu Landesligazeiten bei den Oberfranken. Der 22-jährige Südtiroler Jan Pavlu spielte in dieser Saison fünfmal für die italienische Nationalmannschaft und mit 10 Punkten auch eine starke Runde für die Franken. War er in der Hauptrunde mit -14 der Schwächste der Plus/Minus-Statistik, so weist er nach dem Duell mit dem SCR mit +2 mit den Besten Wert des Teams nach. Felix Linden ist mit 23 ebenfalls noch jung, was ihn nicht davon abhält eine starke Saison zu spielen, er absolvierte alle Hauptrunden- sowie PPO´-Spiele in denen ihm 12 Punkte gelangen. Mit 52 Strafminuten weiß er auch hinzulangen. Marvin Neher komplettiert die Defensive. Der 19-jährige wurde bei den Jungadlern in Mannheim ausgebildet und spielt seine erste Profi-Saison. Mit 47 Strafminuten ist er teamintern auf Platz fünf. 155 Gegentore mussten die Oberfranken schlucken, damit stellt man die neuntbeste Verteidigung nach der Hauptrunde.

Ein Garant für die super Saison der Bayreuther ist Goalie Tomas Vosvrada. Der 27-jährige Tscheche gehört mit zu den besten Schlussmännern der Liga und mit 1.93 m Körpergröße auch zu den Größten. Viel Platz ist links und rechts nicht mehr, wenn er zwischen den Pfosten steht. Mit einem Gegentorschnitt von 2,64 und einer Fangquote von 92,82% nach der Hauptrunde, ist er einer der Topleute unter den Vielspielern. Gegen Garmisch hielt er 95,41% der 104 Schüsse auf ihn. Lediglich fünfmal konnte er in drei Spielen bezwungen werden. Als Backup dient Johannes Wiedemann, der ein solider Goalie mit viel Erfahrung in der DEL 2 ist.

Das Powerplay der Tiger war während der Hauptrunde mit 16,1% Erfolgsquote eher ausbaufähig. Man könnte fast meinen, dass man sich alles für die Endrunde aufgehoben hat. Nach drei Spielen in den Pre-Playoffs beträgt die Überzahlquote 50%! Vier Treffer in acht Situationen sind aller Ehren wert. In Unterzahl war man bereits in der Hauptrunde überragend – hier war man mit  87,4% hinter den Steelers Zweiter! In der Serie gegen den SCR kassierte man in 12 Situationen keinen Gegentreffer und konnte sogar einmal in Unterzahl selber zuschlagen! Stand jetzt begegnen sich beide Mannschaften bei den Specialteams auf Augenhöhe. Doch nicht zu vergessen sind die beiden Bietigheimer Shorthander beim letzten Aufeinandertreffen der beiden.

Da wären wir auch bereits bei den Spielen der Hauptrunde. Im ersten Duell waren die Schwaben mit 8:4 zuhause das siegreiche Team. In Bayreuth gab es eine 2:3-Niedrlage, bei der einige Schiedsrichterentscheidungen aus Sicht der Steelers mehr als fragwürdig waren, was den Sieg der Oberfranken jedoch nicht unter den Scheffel stellen soll. Im zweiten Heimspiel gewann der Vizemeister souverän mit 6:2 und das letzte Spiel gewann man wie bereits erwähnt, dank zweier Tore in Unterzahl mit 3:2. Wie man sieht, sind besonders die Spiele im Tigerkäfig eng und heiß umkämpft gewesen. Doch Playoffs haben eigene Gesetze und es wird sicherlich eine spannende Serie.

Wir wünschen uns eine sportlich spannende und vor allem faire Serie an der am Ende hoffentlich die Steelers den Halbfinaleinzug feiern können. Zwei volle Hallen mit bester Stimmung und fairem Umgang untereinander. Hier die Termine im Überblick:

Spiel 1: Dienstag 14.03. 20:00 Uhr in Bietigheim

Spiel 2: Freitag 17.03. 20:00 Uhr in Bayreuth

Spiel 3: Sonntag 19.03. 17:00 Uhr in Bietigheim

Spiel 4: Dienstag 21.03. 20:00 Uhr in Bayreuth

Spiel 5: Freitag 24.03. 20:00 Uhr in Bietigheim falls nötig

Spiel 6: Sonntag 26.03. 18:30 Uhr in Bayreuth falls nötig

Spiel 7: Dienstag 28.03. 20:00 Uhr in Bietigheim falls nötig

von Patrick Jonza

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