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Topspiel das seinen Namen verdient hat! Steelers holen sich nach 5:4-Sieg in Frankfurt die Tabellenführung zurück

Freitag, 20.01.2017, Löwen Frankfurt - Bietigheim Steelers
4:5
Man of the Match mit zwei Treffern - David Wrigley

Am heutigen Freitagabend bot der 37. Spieltag der DEL 2 das absolute Topspiel auf – der Tabellenführer aus Frankfurt empfing den Zweiten aus Bietigheim. Bei den Steelers fehlte heute kurzfristig René Schoofs aufgrund einer Erkrankung und Rob Brown war wegen der dritten 10er gesperrt. Die Youngsters Michael Fink und Mike Weigandt halfen heute beim ersten Spieltag der Meisterrunde dem ERC Sonthofen in der Oberliga aus. Marcel Kahle und Denis Sheviryn spielten für Iserlohn. Bei den Löwen konnte neben den Langzeitverletzten Nick Mazzolini und Dennis Reimer auch Verteidiger Pawel Dronia nicht mitwirken. Vorne weg ist zu sagen, dass wenn eine Partie den Namen Topspiel verdient hat, es die heutige in Frankfurt war.

Das Spiel begann vor 5.117 Zuschauern, darunter ca. 250 aus Bietigheim, mit einer Überzahlsituation nach 47 Sekunden für die Steelers. Die taten sich jedoch schwer in die Aufstellung zu kommen und Silo Martinovic musste sogar zweimal gegen Richie Mueller und Mike Card retten. Doch kaum waren die Hausherren komplett, schickte Schiedsrichter Ulpi Sicorschi C.J. Stretch wegen Beinstellens raus. Die zweite Chance mit einem Mann mehr für die Gäste zum Erfolg zu kommen. Und der Treffer ließ nicht lange auf sich warten, denn nach 14 Sekunden spielte Marcus Sommerfeld quer auf Dominic Auger und dieser zimmerte die Scheibe zur Führung in der 5. Spielminute in die Maschen. In der sechsten Minute erwischte es dann Rückkehrer Bastian Steingroß mit einer 2+10 Strafe wegen Checks gegen den Kopf von C.J. Stretch. Max Lukes saß die kleine Strafe ab. Die Schwaben zeigten in dieser Situation warum sie das beste Penaltykilling der Liga nachweisen. 10 Sekunden vor Ablauf der zwei Minuten Strafe schnellte erneut der Arm von Sicorschi hoch – wieder musste ein Löwe runter. Wegen Haltens ging Brett Breitkreuz in die Kühlbox. Kaum komplett zeigte der Vizemeister, dass er auch Powerplay kann! Matt McKnight sah in der Mitte David Wrigley, der aus vollem Lauf zum 2:0 aus Sicht seines Teams traf! Keine 10 Minuten gespielt und schon zweimal getroffen, ein Start nach Maß! Kurz nach dem zweiten Treffer fischte Silo Martinovic einen Schuss von Mike Card mit der Schulter aus dem Winkel. Im Gegenzug scheiterte Max Lukes an Brett Jaeger im Kasten der Löwen. In der 11. Minute konnte Sebastian Alt den ereilten C.J. Stretch nur durch ein Foul stoppen und ermöglichte den Hessen das zweite Powerplay. In diesem ging es hoch her. Erst hatte Brett Breitkreuz den Anschluss auf der Kelle, wollte aber nicht schießen, dies ermöglichte Marcel Rodman ein Breakaway, den er nicht verwandeln konnte. Dann machte es Löwen-Kapitän Patrick Jarrett besser und schoss zum 2:1 aus Sicht der Ellentäler ein. Das Spiel wieder offen. Keine Minute später war dann die Partie für Goalie Brett Jaeger beinahe vorbei – er krümmte sich vor Schmerzen, konnte aber nach einer Behandlungspause weiterspielen. In der 14. Minute hatte Marcel Rodman nach überragender Einzelleistung die erneute 2-Tore-Führung auf dem Schläger, scheiterte aber am Schoner von Brett Jaeger. Starke Aktion des Slowenen, der erstmals mit „seiner“ Nummer 22 auflief. Die Partie zu diesem Zeitpunkt geprägt von jeder Menge Tempo und guten Möglichkeiten für beide Teams. Wahrlich ein Spitzenspiel! 58 Sekunden vor der ersten Sirene dann nochmals Strafen gegen die Hessen, Mike Card stellte ein Bein und musste für zwei Minuten raus. In den Schlusssekunden gelang nichts mehr, so dass es mit der nicht unverdienten Führung für die Schwaben in die erste Pause ging.

Der zweite Abschnitt begann mit einem Rest-Powerplay von 63 Sekunden für die Steelers. Doch nach wenigen Sekunden machte sich Lukas Laub auf und davon, wurde von Bastian Steingroß regelwidrig am Abschluss gehindert und es gab Penalty. Der gefoulte lief an und ließ Silo Martinovic keine Chance – der Ausgleich und zeitgleich der neunte (!) Shorthander der Hessen. Bietigheim zeigte sich wenig geschockt und hatte im Anschluss gute Chancen durch Marcel Rodman und Matt McKnight. In der 23. Minute aber wieder eine Strafe in einem eigentlich fairen Match. Max Prommersberger traf es wegen Hakens. In den folgenden zwei Minuten passierte dann aber wenig bis nichts. Dennoch das Spiel auf einem sehr hohen und guten Niveau. In der 27. Minute tankte sich dann Marcel Rodman über rechts durch, die Scheibe landete über Umwegen bei David Wrigley, der ansatzlos die Scheibe zum 3:2 ins Tor laserte – der zweite Treffer des Abends vom Kanadier. Zwei Minuten später dann die vierte Strafzeit gegen Bietigheim, Benjamin Zientek unterlief ein Stockschlag. Und was die Löwen können, dass schaffen die Steelers auch! Max Prommersberger klaute die Scheibe in der eigenen Zone und lief allen davon und traf mit einem satten Schuss zum 4:2 in der 30. Spielminute. Drei Minuten später hat Matt Pistilli die Chance auf den dritten Treffer der Hessen, scheiterte aber an Silo Martinovic. Sechs Minuten vor der zweiten Pause konnte Shawn Weller die Druckphase der Frankfurter nur durch ein Foul beenden und kassierte dafür zwei Minuten. In diesem Powerplay sollte sich rächen, dass Marcel Rodman bei seinem zweiten Alleingang an Brett Jaeger scheiterte, denn im direkten Gegenzug packte Matt „Pistol“ Pistilli den Hammer aus und traf zum 3:4-Anschluss. Der fünfte Treffer eines Specialteams am heutigen Abend. Die Hausherren drängten nun auf den Ausgleich, es ging hoch und runter, beide Keeper mit überragenden Aktionen – ein Topspiel das seinen Namen weiter mehr als verdiente. Die große Chance dazu ermöglichte den Hessen dann Ulpi Sicorschi zwei Minuten vor Ende des zweiten Drittels indem er Adam Borzecki wegen Hakens rausstellte. Die Schwaben wehrten sich mit allem was sie hatten und die letzten 30 Sekunden hatten eher was vom wilden Westen als vom Eishockey. Stockschläge, Fouls und die große Chance durch Shawn Weller zum zweiten Unterzahltor. Doch dieses wollte nicht fallen. Die Steelers führten auch nach 40 Minuten mit einem Tor Vorsprung.

Auch der Schlussabschnitt begann mit jeder Menge Tempo und Möglichkeiten hüben wie drüben. 88 Sekunden waren gespielt, da gab es mal wieder eine Strafe gegen die Löwen. Max Gläßl erwischte es wegen Behinderung. Die erste dicke Möglichkeit hatte Adam Borzecki nach super Übersicht von David Wrigley. Einzig Brett Jaeger hatte was gegen den fünften Treffer gegen sich. Nach einem Konter, der von Silo Martinovic vereitelt wurde, hatte Marcus Sommerfeld noch eine gute Möglichkeit, mehr war in diesem Powerplay nicht drin. Schrecksekunde für alle Schwaben dann in der 48. Spielminute Benjamin Zientek bleib nach einem unglücklichen Zusammenprall mit David Cespiva kurz auf dem Eis liegen, konnten sich dann berappen und weitermachen. Die Gastgeber erhöhten den Druck und kamen durch Richie Müller in der 50. Minute zum Ausgleich – 4:4 gute 10 Minuten vor dem Ende. Direkt vom Bully weg dann Strafe gegen Frankfurt. David Cespiva musste wegen Stockschlags raus und die Chance auf die schnelle Antwort auf den Ausgleich. Trotz druckvollem und gutem Überzahlspiel konnten die Löwen den erneuten Rückstand verhindern – noch! Denn kaum waren beide wieder mit fünf Mann unterwegs, schnappte sich Benjamin Zientek den Puck und zimmerte ihn unter die Latte zum 5:4! Ein Wahnsinn was in Frankfurt abging. Die Vorlagen kamen von Max Lukes und Freddy Cabana, so dass nach langer Zeit der „L-C-Z Express“ wieder zuschlug. Die Löwen machten sich das Leben dann direkt im Anschluss noch schwerer, denn Nils Liesegang spielte zu hart und musste auch auf die Strafbank. Die Steelers hatten gute Möglichkeiten wieder mit zwei Toren in Front zu gehen, nur gelingen wollte es nicht. Die Hessen bekamen jetzt wieder Oberwasser und stemmten sich gegen die drohende Niederlage und dem Verlust der Tabellenführung. 90 Sekunden vor dem Ende verließ Brett Jaeger seinen Kasten bei laufenden Spiel. Mike Card zog von der blauen Linie ab und traf den Pfosten. Dies wollte sich Ulpi Sicorschi durch den Videobeweis bestätigen lassen. Die Spannung in der Eissporthalle konnte man wahrlich riechen. Die Steelers warfen sich in jede Scheibe und „kämpften wie Löwen“. 16 Sekunden vor Schluss nahm Frankfurts Coach Paul Gardner noch seine Auszeit, denn es gab Bully vor Silo Martinovic. 5 Sekunden vor der Schlusssirene rettete die Latte den Sieg nach Schuss von Patrick Jarrett. Dann war nach 60 spannenden und überragenden Minuten Schluss.

Dieses Spiel in Worte zu fassen ist schwer – es war schlicht und einfach der Wahnsinn! Ein Topspiel zweier Topteams, dass hielt was es versprach! Die Schwaben haben sich durch diesen Sieg die Tabellenführung zurückerobert und erwarten am Sonntag um 17:00 Uhr den Aufsteiger aus Bayreuth.

von Patrick Jonza

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