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Steelers verlieren spannendes Derby mit 5:6 nach Penaltyschießen in Heilbronn

Sonntag, 07.01.2018, Heilbronner Falken - Bietigheim Steelers
6:5 n.P.
Diesmal hatten die Falken am Ende mehr zu lachen

Am heutigen Sonntag fand das dritte Derby der laufenden Saison in Heilbronn statt. Mit dem heutigen Spieltag endete auch der Spielemarathon zwischen Weihnachten und der Neujahrswoche. Bei den Steelers fehlten neben Justin Kelly und Norman Hauner auch Benjamin Zientek und Leon Müller. Im Tor startete Ilya Sharipov.

Die Hausherren starteten vor den 3.522 Zuschauern wie die Feuerwehr und der Großteil jubelte bereits nach 31 Sekunden als die Scheibe im Tor der Ellentaler landete. Doch sie freuten sich zu früh, denn da die Hauptschiedsrichter Roland Aumüller und Robert Paule vorher abgepfiffen hatten, zählte der Treffer nicht. Doch auch in den Folgeminuten drückten die Falken aufs Gas und belagerten das Gästetor – was Zählbares wollte jedoch nicht dabei herauskommen – noch. Denn in der dritten Minute spielte Jordan Heywood einen scharfen Pass in den Slot wo der ehemalige Steeler Mark Heatley zur frühen Führung für sein Team einschoss. In der fünften Minute gab es das erste Powerplay für die Steelers, doch dieses brachte nichts ein und sechs Sekunden vor Ablauf musste Andrew McPherson ebenfalls in die Kühlbox. Eine Überzahl der Unterländer gab es aber nur für wenige Augenblicke, denn Kevin Lavallée checkte abseits des Spielgeschehens gegen den Kopf von Rob Brown und bekam dafür eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Für den Verteidiger der Schwaben war das Spiel wegen des Checks ebenfalls vorbei. Nach einem kurzen vier gegen vier gab es Powerplay für die Steelers. Im ersten Anlauf scheiterte Matt McKnight noch an der tollen Reaktion von Falken-Goalie Marcel Melichercik, doch nach toller Kombination über jenen Matt McKnight und Marcus Sommerfeld schoss Dominic Auger den Puck überlegt zum 1:1 ins lange Eck. Gespielt waren exakt 10 Minuten und der Jubel unter den ca. 550 mitgereisten Bietigheimern war riesig. Dies wie ein Weckruf für den Tabellenführer, denn 3:33 Minuten später erzielte Matt McKnight die 2:1-Führung. Max Lukes setzte sich überragend durch, scheiterte jedoch am Goalie, der Torschützenkönig der Liga stand goldrichtig und schob die Scheibe ein. Im Anschluss durfte man sogar noch knapp über 90 Sekunden in doppelter Überzahl spielen, doch die Heilbronner verteidigten stark und konnten diese heikle Situation überstehen. 11 Sekunden vor der ersten Pause erwischte es dann Freddy Cabana wegen eines Hakens.

Der zweite Abschnitt startete also mit 1:49 Minuten Powerplay für die Gastgeber, welches ohne Erfolg blieb. Im Anschluss war das Derby von jeder Menge Tempo geprägt. 26:36 Minuten waren gespielt, da fiel der 2:2-Ausgleich. Goldhelm Brandon Alderson setzte sich auf der rechten Seite durch und zimmerte die Scheibe ansatzlos unter die Latte. Dies war wie eine Initialzündung für die Falken, die plötzlich jede Menge Aufwind unter ihren Flügeln spürten. Von nun an ging es nur in eine Richtung – auf Ilya Sharipov. Dieser konnte noch stark gegen Jordan Heywoog und Justin Kirsch parieren, doch gegen Richie Gelke hatte er keine Chance und es stand 2:3 aus Sicht der Steelers. Es kam noch schlimmer, denn keine drei Minuten später spielte Jonas Schlencker bei einem Konter stark auf Mark Heatley, der mit seinem zweiten Treffer auf 2:4 erhöhte. Der Falken-Überflug wurde von einer Strafe gegen Dennis Palka beendet. Dieses Powerplay nutzten die Ellentaler um zurück ins Spiel zu kommen. Marcus Sommerfeld schoss von der blauen Linie, Shawn Weller stand goldrichtig und netzte zum Anschlusstreffer ein. Die Schlussminuten im zweiten Abschnitt waren dann wieder ausgeglichen und es entwickelte sich das vielleicht beste Derby seit langer Zeit.

Der Schlussabschnitt begann mit einer Strafe gegen beide Teams, denn Matt McKnight und Richie Gelke hatten unterschiedliche Ansichten und durften ihre Gemüter in der Kühlbox beruhigen. Dann ging es so richtig ab in der Kolbenschmidt Arena. In der 46. Minute spielte Shawn Weller einen langen Pass auf Tyler McNeely. Diesen Pass schätzte Marcel Melichercik falsch ein und kam zu spät aus seinem Tor. Der Steelers-Goldhelm nutzte dies aus, umkurvte den Keeper und schoss ins leere Tor ein – 4:4! Der Tabellenführer zog das Momentum wieder auf seine Seite und drängte auf die Entscheidung. Die meisten dachten, dass diese in der 54. Minute gefallen ist. Alexander Preibisch hob durch seinen unbändigen Willen das Icing auf, spielte überlegt weiter auf Tyler McNeely der im Slot Freddy Cabana bediente. Der Ex-Heilbronner traf zum 5:4 und die Party im Gästeblock war im vollen Gange. Doch es kam anders – ganz anders. 2:15 Minuten vor Schluss konnte der enteilte Justin Kirsch nur durch ein Foul gestoppt werden und es gab Penalty. Diesen verwandelte der Gefoulte sicher und überlegt – 5:5! Es ging in die Overtime!

In dieser hatten beide Teams Chancen auf den Sieg, ließen diese aber liegen. 43 Sekunden vor Schluss wurde es nochmal hektsich. Mark Heatley stoppte den durchgestarteten Shawn Weller mit einem hohen Stock ins Gesicht. Im Anschluss „schüttelte“ dieser den Linesman unsanft ab und erhielt neben der Spieldauer wegen hohen Stocks auch eine Matchstrafe! Im anschließenden Powerplay konnten die Steelers das Spiel nicht entscheiden. Dies musste das Penaltyschießen. Tyler McNeely und Marcus Sommerfeld konnten nicht treffen, im Gegensatz zu Justin Kirsch und Brandon Alderson. Somit ging das dritte Derby nach überaus unterhaltsamen 65 Minuten mit 5:6 an die Falken.

von Patrick Jonza

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