Nächstes Spiel:
17.08.2018
20:00 Uhr
Letztes Spiel:
0:2

Das Finale steht an – unser Gegner: Der SC Riessersee

Am kommenden Freitag geht es los – die Playoff Endspielserie zwischen dem Hauptrundensieger aus Garmisch-Partenkirchen und dem Zweiten aus Bietigheim-Bissingen beginnt um 20:00 Uhr im Olympia Eissportzentrum in Garmisch.

Wenn man im deutschen Eishockey die Fans nach einem Traditionsverein fragt, nennen wahrscheinlich 10 von 10 befragten den SC Riessersee von der Zugspitze. Der Zehnfache Deutsche Meister hat eine Vergangenheit hinter sich, wie kaum ein anderes Team. Mittlerweile steht man auch wieder vor einer goldenen Zukunft! Nach einer herausragenden Hauptrunde, die man mit 103 Punkten und dank des besseren Torverhältnisses auf Platz 1 vor den Steelers abschloss, steht man zu Recht im Finale der Playoffs.

Väter des sportlichen Erfolges im Werdenfelser Land sind Trainer Toni Söderholm und Sportdirektor Tim Regan, die eine hervorragende Mannschaft zusammengestellt haben. Der am kommenden Samstag 40 Jahre alt werdende Finne, war zur seiner aktiven Zeit je einmal Meister mit Helsinki in Finnland und mit München in Deutschland. Mit der finnischen Nationalmannschaft gewann er WM-Silber 2007 in Russland. Nach seiner Karriere als Spieler wurde er in den Trainerstab des EHC Red Bull München aufgenommen. Von dort aus ging es nur ein Jahr später als „Chef“ zum Kooperationspartner nach Garmisch. In dieser Saison wurde er zum „Trainer des Jahres“ der DEL2 gewählt. Gemeinsam mit Tim Regan, der selber über 500 Spiele für den SCR bestritt, bilden sie ein starkes Gespann.

Mit der überragenden Sturmreihe um den pfeilschnellen Richard „Richie“ Mueller, den Spielmacher Andreas Driendl und den feinen Techniker Lubor Dibelka, verpflichtete man ein mehr als dynamisches Trio. Diese drei schossen bis dato gemeinsam 103 Tore und gaben 140 Vorlagen – Wahnsinn. Mit 10 Toren in den Playoffs ist Richie Mueller derzeit der Toptorjäger. Hinter ihm lauert Shawn Weller mit neun Treffern. Mit Andreas Driendl hat man zudem den „Stürmer des Jahres“ der DEL2 in den eigenen Reihen. Lubor Dibelka spielt sein drittes Finale in Folge, die ersten beiden waren mit  Wolfsburg in der DEL, beide hat er mit seinem Team verloren…. Mit dem Schweden Mattias Beck hat man einen weiteren Topstürmer im Aufgebot, der durch eine schwere Knieverletzung erst während der Saison fit wurde. Doch in 40 Hauptrundenspielen markierte der „nur“ 1.79m große Außenspieler 14 Tore und gab 20 Assists. In den Playoffs steht er gerade bei sieben Punkten. Seine zwei wichtigsten Treffer gelangen ihm wohl in Spiel 5 zuhause im Halbfinale gegen Kaufbeuren, als er sein Team in Führung schoss und 31 Sekunden vor dem Ende den Ausgleich erzielte. In der Overtime war es dann der Kanadier Jared Gomes, der den Siegtreffer erzielte. Er ist nicht der größte Scorer, doch enorm wichtig für das Team, da er rackert und arbeitet wie kaum ein anderer. Mit vier Treffern in der Endrunde, hat er auch seinen Torriecher entdeckt. 20 Tore in der Hauptrunde markierte sein Landsmann Luke Oakley, erst einer gelang ihm während der Playoffs. Mit den drei Förderlizenzspielern Andreas Eder, Jakob Mayenschein und Max Daubner, haben die Werdenfelser drei starke Trümpfe in der Hinterhand. Die drei Youngster aus München kommen auf insgesamt 70 Punkte! Vor allem Andi Eder spielt herausragend und erzielte auch in seinen fünf DEL-Playoff Einsätzen bereits zwei Tore und gab eine Vorlage. Da die Münchner ebenfalls im Endspiel gegen Berlin stehen, wird sich erst herausstellen, inwieweit man dem SCR aushelfen kann. Mit Kapitän Florian Vollmer, Tim Richter, Michael Rimbeck und Florian Wachter, hat man weitere starke Offensivspieler im Kader. Mit 196 Treffern in der Hauptrunde erzielte man hinter Frankfurt die zweitmeisten. In den Playoffs waren es gegen Crimmitschau im Viertelfinale (Serie über sieben Spiele) und gegen Kaufbeuren (sechs Spiele) insgesamt 34 Treffer, was einen Schnitt von 2,6 macht. Die Steelers liegen da bei 3,9 aus 11 Spielen.  

In der Defensive spielt der 26-jährige Julian Eichinger eine bisher überragende Saison. Der gebürtige Bayer kam in der Saison auf 34 Punkte und legte in den bisherigen Playoffs noch sechs oben drauf. Er spielt seine bis dato punktbeste Saison seiner Karriere. Der erfahrene Stephan Wilhelm bringt es auf 31 Zähler. Mit seinen 389 Einsätzen in der DEL für Straubing, Hannover und Schwenningen, bringt er die nötige Ruhe mit. Als gebürtiger Garmisch-Partenkirchener, ist dieses Endspiel was ganz besonderes für den 34-jährigen. Der Schwede Joel Johanssonn kam vor der Saison aus Bad Nauheim unter die Zugspitze und überzeugt in der Defensive als auch in der Offensive. Mit erst 22 Strafminuten spielt er sehr clever, ruhig aber vor allem fair. Felix Thomas weist mit einem Wert von +25 die beste Statistik aller Verteidiger des SCR in der Plus/Minus-Wertung auf. Christian Hummer, Simon Mayr und der Youngster Christoph Frankenberg, komplettieren die Defensive, die in der Hauptrunde lediglich 149 Gegentore schlucken musste. Hinter Kaufbeuren der zweitbeste Wert. In den Playoffs sind 2,15 im Schnitt. Die Schwaben kommen in der Endrunde auf 2,8.

Im Tor hat man drei potentielle Nummer 1 Goalies. Das Duo um Matthias Nemec und Kevin Reich wurde kurz vor der Endrunde um den Kanadier Andrew Hare erweitert. Der ein oder andere Steelers-Fan kennt ihn noch aus seiner Zeit bei den Falken aus Heilbronn. Dort wurde er während der laufenden Saison durch Marcel Melichercik ersetzt. Nun sein Comeback in GAP. Da sich Nemec im Halbfinale verletzte und Kevin Reich als Förderlizenspieler in München gebraucht wurde, rückte Hare ins Aufgebot und verbuchte in Spiel 4 einen Shutout. Danach rutschte er wieder aus dem Kader und Kevin Reich übernahm. Toni Söderholm hat mit Hare insgesamt fünf Kontingentspieler im Kader und muss schauen, dass er die richtigen vier aufstellt. Kevin Reich spielt mit erst 22 Jahren seine erste Saison als Profi und kommt auf sehr starke Werte. Wie schlimm die Verletzung von Nemec ist, haben uns die Garmischer nicht sagen wollen ;-). Sein Ausfall wäre jedoch ein herber Verlust.

Bei den Specialteams sind die „Blauen“ in Überzahl statistisch gesehen kein Über-Team. Die 12,7%-Erfolgsquote wäre durchaus auszubauen. In Bietigheim wäre niemand böse, wenn das ab September losgehen würde. In Unterzahl bauen die Bayern regelmäßig eine Wand vor ihrem Tor auf. Mit bockstarken 94,1% Erfolgsquote, sind sie an der Spitze. Da passt es hervorragend, dass die Steelers zu alter Powerplay-Stärke zurückfinden. Doch es wird schwer mit einem Mann mehr zu spielen, denn die Werdenfelser ziehen mit 10,69 Minuten sehr wenige Strafen. Gerade einmal vier 2-Minuten-Strafen pro Partie haben sie in den bisherigen Playoff-Spielen kassiert. In der Hauptrunde waren es sogar unter vier und damit war man mit Abstand das fairste Team der Liga.

In der Hauptrunde gewannen die Schwaben das erste Heimspiel mit 6:3. Im zweiten unterlag man am vorletzten Spieltag mit 4:5 nach Verlängerung. Im Olympia Eissportzentrum gewann man einmal mit 4:3 nach Overtime und verlor mit 2:3 in selbiger. Wie man sieht, gingen so gut wie alle Partien sehr eng aus. Statistisch gesehen haben wir bisher jede Playoff-Serie gegen den SCR gewonnen. Gut, es waren erst zwei aber in der Saison 08/09 siegte man im Viertelfinale mit 4:0 und wurde Meister. In der Saison 13/14 ebenfalls im Viertelfinale mit 4:1 und wurde Vizemeister, also müsste es ja quasi in diesem Jahr…

Freuen wir uns auf eine spannende Serie, mit vollen Arenen für beide Teams, überragende Stimmung von den Rängen, einfach auf die beiden besten Mannschaften des Jahres!

Möge es nach spätestens sieben fairen Spielen, einen verdienten neuen Meister der DEL2 geben! Lasst uns GEMEINSAM Werbung für den besten Sport der Welt machen!

Bis Freitag!

von Patrick Jonza

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